Kinderbetreuung: Einrichtungen im Sommer dreieinhalb Wochen zu

27. Juni 2013, 15:14
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Starke Unterschiede zwischen Wien und anderen Bundesländern

Wien - Kinderbetreuung kann vor allem im Sommer nach wie vor eine Herausforderung für berufstätige Eltern sein: Eine durchschnittliche Betreuungseinrichtung war im Sommer des Vorjahres rund dreieinhalb Wochen geschlossen, das sind 17,3 Betriebstage. Das geht aus der aktuellen "Kindertagesheimstatistik" der Statistik Austria hervor, die am Donnerstag veröffentlicht worden ist. Starke Unterschiede gibt es zwischen Wien und den anderen Bundesländern.

Pro Jahr ist eine durchschnittliche Kinderbetreuungseinrichtung 28,2 Betriebstage zu, die meiste Zeit davon in den Sommerferien. Altersgemischte Betreuungseinrichtungen und Krippen haben die wenigsten Schließtage pro Jahr. Kindergärten kommen hingegen im Durchschnitt auf 34,7 geschlossene Tage.

Wien hat die wenigsten Schließtage

Im Bundesländervergleich verzeichnet Wien mit unter vier Betriebstagen pro Jahr mit Abstand die wenigsten Schließtage, im Sommer sind es gar nur 1,8. Weniger Schließtage im Sommer als im Österreich-Schnitt gibt es mit 13,2 auch in Niederösterreich. Über dem Schnitt, was die geschlossenen Tage im Sommer angeht, liegen mit 18,5 Salzburg , Kärnten mit 20,8 und das Burgenland mit 21,6. In Oberösterreich sind die Einrichtungen im Sommer 21,9 Tage zu  und in Tirol 25,2 Tage geschossen. Schlusslicht ist die Steiermark mit 39,3 Schließtagen. Zu beachten ist dabei aber, dass die Steiermark und Oberösterreich in den Sommermonaten Ersatzeinrichtungen anbieten.

Geht es um die täglichen Öffnungszeiten, bieten vier von zehn Kindertagesheimen für zehn und mehr Stunden Kinderbetreuung an. Jedes zehnte Kindertagesheim hat durchschnittlich weniger als sechs Stunden pro Tag geöffnet. Wien bietet bei allen Betreuungsformen die längsten Öffnungszeiten an, 93,5 Prozent der Betreuungseinrichtungen haben dort zehn und mehr Stunden geöffnet. 

Mitterlehner sieht Handlungsbedarf bei Kleinsten

Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) freut sich in einer Reaktion über die Statistik über Fortschritte, räumte aber auch weiteren Handlungsbedarf bei der Betreuung der Kleinsten ein. Bei den Drei- bis Sechsjährigen habe man das sogenannte Barcelona-Ziel der EU mit einer Betreuungsquote von aktuell 92,8 Prozent (inklusive Tageselternbetreuung) bereits übertroffen. Weiterhin Aufholbedarf bestehe aber bei den Unter-Dreijährigen, deren Betreuungsquote auf 22,9 Prozent gestiegen sei, meinte Mitterlehner. "Wir haben das Angebot schrittweise verbessert, wollen das Ausbautempo allerdings mit zusätzlichen Mitteln weiter beschleunigen, um das Barcelona-Ziel von 33 Prozent auch bei den Kleinkindern möglichst bald zu erreichen". Das Barcelona-Ziel hätte Österreich freilich schon 2010 erreichen sollen.

Heinisch-Hosek will maximal vier Schließtage

Für Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist die Statistik erfreulich, weil sie eine deutlich Zunahme an Betreuungsplätzen für Unter-Dreijährige ausweist. Es gelte aber, "weiterhin aufs Gas zu steigen" und da seien die 100 Millionen Euro für die nächsten vier Jahre im Konjunkturpaket "goldrichtig". Bei den Unter-Dreijährigen gebe es noch großen Aufholbedarf. Sie wünscht sich die - nur in Wien bisher erreichten - vier Schließtage pro Jahr als Standard. (APA, 27.6.2013))

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