Nach Konflikten ist Uni-Rat der Kunstuni Graz komplett

27. Juni 2013, 13:56
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Wilhelmine Goldmann wird fünftes Mitglied - Am 3. Juli könnte über weiteres Vorgehen bei Rektorswahl entschieden werden

Graz - An der Kunstuniversität Graz (KUG) kommt nach der Absage des Leipziger Musikschule-Direktor Frank Thomas Mitschke wieder Bewegung in die seit 2010 offene Rektors-Frage. Wie die KUG meldet, wurde nunmehr mit Ex-ÖBB-Managerin Wilhelmine Goldmann ein fünftes Mitglied des Universitätsrates gewählt. Das endlich vollständige Gremium könnte am 3. Juli entscheiden, wie es bei der Rektorswahl weitergeht.

Seit seiner konstituierenden Sitzung im März konnte sich der KUG-Universitätsrat nicht wie im Universitätsgesetz (UG) vorgesehen auf ein fünftes Mitglied des Gremiums einigen. Daraufhin wurde die Österreichische Akademie der Wissenschaften mit der Erstellung eines Dreiervorschlag betraut, aus dem dann der KUG-Senat in einer Ersatzvornahme das fünfte Mitglied bestimmte.

"Basis für Weiterarbeit gelegt"

Gewählt wurde in der letzten Sitzung des laufenden Studienjahrs die Ex-ÖBB-Managerin und ehemalige Leiterin des Kuratoriums der Salzburger Festspiele, Wilhelmine Goldmann. Dazu der provisorische Vorsitzende Uni-Rats-Erwin Ortner: "Die Basis für eine konstruktive Weiterarbeit ist damit gelegt. Es ist nun unsere Aufgabe, alles daran zu setzen, die anstehenden offenen Themen im Sinne aller Angehörigen der KUG zu einem guten Ergebnis zu bringen."

Damit ist vor allem auch die noch offene Frage, wer die Rektorsposition bekleiden wird, gemeint. Bei der für den 3. Juli angesetzten Sitzung könnte der Uni-Rat neben der Wahl seines Vorsitzes auch bereits darüber entscheiden, ob der Rektor neu ausgeschrieben wird - wie es der scheidende Universitätsrat noch im Frühjahr empfohlen hat - oder nicht.

Große Differenzen zwischen Senat und Uni-Rat

An der KUG Graz wird der Wahlprozess um die Position des Rektors seit Jahren von großen Differenzen zwischen Senat und Universitätsrat begleitet: Ende September 2010 hat der damalige Rektor Georg Schulz vom Unirat zwar ein einstimmiges Pro-Votum für seine Wiederwahl ohne Ausschreibung erhalten, im Senat dafür aber nicht die erforderliche Zweidrittel-Mehrheit erreicht: Daraufhin gab es eine Ausschreibung.

Nachdem sich die aus den Vorsitzenden des Unirats und des Senats bestehende Findungskommission aber nicht auf einen Dreiervorschlag aus den sieben Kandidaten inklusive Schulz einigen konnte, hat der Universitätsrat allein einen Vorschlag unterbreitet - mit Schulz als einzigem Kandidaten. Der Senat erstellte daraufhin einen Dreiervorschlag mit Franz Karl Prassl (KUG), Frank-Thomas Mitschke (Musikschule Leipzig) und Stefan Schön (Betriebsrat Musikuni Wien) - ohne den amtierenden Rektor.

Verfahren rechtswidrig

Zwar wurde Schulz im Frühjahr 2012 vom Universitätsrat in einer sogenannten "Ersatzvornahme" einstimmig zum Rektor gewählt, das Verfahren jedoch vom Verwaltungsgerichtshof im Herbst 2012 als rechtswidrig erkannt. Daraufhin hat der Uni-Rat aus dem alten Dreiervorschlag des Senats zu Jahresbeginn den Leipziger Musikschul-Direktor Mitschke gewählt. Dieser hat Ende Februar mitgeteilt, aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Mittlerweile hat sich ein neuer Senat konstituiert, der sich laut unterrichteten Kreisen pro Neuausschreibung deklariert hat.(APA, 27.6.2013)

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