Umfrage ortet Defizite bei internationaler Kommunikation

27. Juni 2013, 12:32
posten

Mehrheit der Befragten kritisiert mangelnde Organisationsstrukturen in der internationalen Kommunikation

Brüssel/Wien - Für den European Communication Monitor 2013 wurden rund 2.700 Kommunikationsprofis aus 43 Ländern befragt. Ein Ergebnis: Die internationale Kommunikation werde in den nächsten drei Jahren stark an Bedeutung zunehmen, meinen drei Viertel der Teilnehmer. Aber die befragten Kommunikationsmanager geben auch an, dass nur eine Minderheit der Unternehmen über Strategien für die internationale Kommunikation verfügt. In Österreich halten immerhin die Hälfte der Befragten die Organisation und Strategie für internationale Kommunikation in ihren Unternehmen für ausreichend.

Unterschiedliche Führungskulturen als Hindernis

"Bei vielen internationalen Projekten haben wir gelernt, dass die unterschiedlichen Führungskulturen ein großes Hindernis für erfolgreiche internationale Kommunikation darstellen", sagt Saskia Wallner, Geschäftsführerin Ketchum Publico, "viele österreichische Unternehmen sprechen außerhalb von Österreich nur ihre Kunden an und vergessen Meinungsbildner oder auch Kritikergruppen - auf Dauer eine riskante Strategie".

Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig koordiniert die von elf europäischen Universitäten durchgeführte Studie. "Wenn man den hohen Grad der wirtschaftlichen Integration in Europa betrachtet, überrascht die Tatsache, dass nur eine Minderheit der befragten Organisationen vernünftige grenzüberschreitende Kommunikationsstrategien besitzt", sagt er.

Bedeutung von Social Media stagniert

Ein weiteres Ergebnsi der Studie: Aus Kommunikationssicht würde die Bedeutung von Social Media erstmalig seit fünf Jahren nicht weiter steigen. Mit einer Zustimmung von mehr als 70 Prozent sind Social Media heute ein wichtiges und selbstverständliches Element im Kommunikationsportfolio der Unternehmen. "Social Media ist mittlerweile Mainstream und wird zwar von fast allen Unternehmen mal mehr, mal weniger gut praktiziert", sagt Saskia Wallner, "aber es gibt immer noch viele Felder, in denen österreichische Unternehmen ungenutzte Chancen anpacken können: Beispielsweise bei Kommunikation, die auf mobile Devices zugeschnitten ist oder bei Online-Communities. Diese Felder bergen nach wie vor Entwicklungspotential." (red, derStandard.at, 27.6.2013)

Link
Den Bericht zum ECM 2013 gibt es auf communicationmonitor.eu

Share if you care.