Windows 8.1: Mehr als ein Start-Button

27. Juni 2013, 17:51
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"Preview"-Version des Betriebssystems steht zum Download bereit

Microsoft bringt mit der neuen Version seines Betriebssystems, Windows 8.1, den Start-Knopf zurück. Eine erste "Preview"-Version ist ab sofort erhältlich. Das Start-Feld erscheint in der Kachelansicht von Windows künftig, sobald man den Mauszeiger in die untere linke Ecke des Bildschirms bewegt. Bei der Umstellung auf Handys und Tablet, die vor allem über Gesten gesteuert werden, hatte Microsoft den Startknopf aus dem Vorgänger Windows 8 verbannt. Dafür erntete die Firma Kritik von Nutzern, die weiterhin vor allem mit der Maus arbeiten. "Wir haben zugehört und die Kombination aus bekannten Desktop-Elementen mit der neuen Benutzeroberfläche weiter verfeinert", sagte Oliver Gürtler, Leiter des Geschäftsbereichs Windows bei Microsoft Deutschland.

"Das wird die neue Norm."

Nutzer können Windows 8.1 künftig so einstellen, dass der Computer beim Hochfahren direkt das klassische Desktop anzeigt und nicht die Kachel-Oberfläche, die für die Bedienung mit dem Finger ausgelegt ist. Das war in Windows 8 nur mit Programmen von Fremdanbietern möglich. "Die Leute wollen den Desktop einfach haben", sagte Konzernchef Steve Ballmer auf der Entwicklerkonferenz Build. Die endgültige Version von 8.1 soll noch in dem Jahr auf den Markt kommen. Microsoft hatte sein Windows 8 erst Ende vergangenen Jahres veröffentlicht. Ballmer erklärte, künftig grundsätzlich in schnellerer Folge neue Produkte auf den Markt bringen zu wollen. "Das wird die neue Norm."

Keynote

Zwei Stunden dauerte die Keynote von Microsoft zur Eröffnung der Build 2013-Konferenz. Konzernchef Steve Ballmer und weitere Microsoft-Manager präsentierten Windows 8.1, ein umfassendes Update für Windows 8.1. Dabei wurden viele, aber nicht alle Facetten des Systems präsentiert. Folgende Neuigkeiten wurden kaum erwähnt oder haben es überhaupt nicht in die Keynote geschafft.

Abschaltbare Hot Corner

Die Rückkehr des Startbuttons – wenn auch ohne Startmenü – bringt weitere Optionen mit. Ein Rechtsklick auf die Schaltfläche bringt Power User-Optionen mit, also Schnellzugriff auf diverse Systemsteuerungs-Optionen und Tools sowie das "Herunterfahren"-Menü.

Die "Hot Corner", deren Berührung zur Einblendung der Charms führt, können gänzlich deaktiviert werden. Wer möchte, kann sich nun also ohne Software eines Drittanbieters von der Modern UI entkoppeln.

Miracast

In der Kacheloberfläche sind mehrere Apps via Snap View in skalierbaren Fenstern nebeneinander anzeigbar. Dazu wurde der Multi-Monitor-Support erweitert.

Was gestern nicht dazu gesagt wurde: Windows 8.1 beherrscht Miracast. Zusätzliche Bildschirme lassen sich also auch drahtlos anschließen. Die Funktion ist über die Charms Bar über die "Project"-Einstellung zugänglich.

Mehr Touchoptionen

Wer in Windows 8 auf einem Touchgerät Systemeinstellungen ändern wollte, verzweifelte mitunter daran, dass ein Großteil selbiger nur über die fingerunfreundliche Systemsteuerung am Desktop zugänglich war. Dem hat sich Microsoft angenommen. In Windows 8.1 sind zahlreiche Schalthebel hinzugekommen, die sich über das Modern-Interface umlegen lassen. Poweruser werden sich aber vereinzelt trotzdem am Desktop wiederfinden.

Windows 8.1 bringt Konkurrenz für Googles Photospheres mit. Denn Microsoft hat Photosynth direkt in die Kamera-App integriert. Damit lassen sich sphärische 360-Grad-Aufnahmen erstellen, die beim Schwenken des Gerätes Stück für Stück befüllt werden.

Weitere Apps und Xbox Music-Webversion

Neben der "Food & Drink"-App wächst das Standard-App-Portfolio des Systems weiter. Neu ist ein Audiorekorder mit Touch-Interface, ein Wecker als auch ein Taschenrechner mit wissenschaftlichem Interface und diversen Konvertierungs-Funktionen.

Xbox Music erhält außerdem nicht nur als Client-App eine Überarbeitung. Auch die webbasierte Version wird laut The Verge aufgefrischt und soll nächste Woche zur Verfügung stehen, um auch Nutzern von Geräten ohne Windows 8 ein ähnliches Erlebnis zu bieten. Nette Features wie das Auslesen von Künstlernamen aus Webseiten (nebst Playlist-Erstellung) bleiben freilich der nativen Version vorenthalten.

Internet Explorer 11

Erstaunlich wenig verriet Microsoft über die nächste Generation des eigenen Browsers, den Internet Explorer 11. Was möglicherweise daran liegt, dass sich auffällige Änderungen in Grenzen halten. Interface-seitig ist die Tab-Übersicht vom oberen zum unteren Rand gewandert, ansonsten präsentieren sich Touch- und Desktop-Version wie der Vorgänger.

Zu den wichtigeren Neuerungen im Unterbau zählt die Unterstützung des 3D-Standards WebGL. Während es zwar möglich ist, Tabs und Bookmarks via Cloud über mehrere Geräte hinweg zu synchronisieren, sind die Desktop- und Modern-Version ausgerechnet in diesem Bezug weiterhin getrennt.

Kinect

Für Gamer hatte Microsoft nicht nur die "Tiled Resources"-Technologie und Project Spark am Start. Man hat mittlerweile auch mehr zum nächsten Kinect verraten. Im November will Microsoft die ersten Entwicklergeräte ausliefern, die im Rahmen des "early-access SDK"-Programms schon bestellt werden können.

Für 399 Dollar erhält man eine Alphaversion des Sensors und später die finale Version sowie das SDK, Zugang zu allen relevanten APIs sowie Entwickler-Webcasts und Foren. Ab 2014 sollen die Entwickler-Tools dann für alle offen gelegt werden. (red, derStandard.at, 27.06.2013)

  • Dies Desktop-Version von Windows 8.1
    foto: microsoft

    Dies Desktop-Version von Windows 8.1

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