Transplantationsbericht: Mehr Operationen, weniger Spender

27. Juni 2013, 11:22
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2012 gab es zwar mehr Transplantationen, aber weniger potenzielle Organspender - das Resultat sind längere Wartelisten

Gemischte Bilanz in Sachen potenziell lebensrettender Organtransplantationen: Im Jahr 2012 wurden in Österreich insgesamt 747 Organtransplantationen durchgeführt, das sind 2,3 Prozent mehr als 2011. Allerdings ist die Organspenderrate pro Million Einwohner seit 2009 im Sinken begriffen. Sie reduzierte sich von damals 25 pro Million Einwohner und Jahr auf 22,5 (2012) und sorgt für längere Wartelisten. Das geht aus dem Transplant-Jahresbericht der Gesundheit Österreich (GÖG) im Auftrag des Gesundheitsministeriums hervor.

Mehr Transplantationen

Sowohl die Anzahl der Transplantation von Organen von Verstorbenen (+1,3 Prozent) als auch von Lebendspendern (+14 Prozent) ist von 2011 bis 2012 gestiegen. Bei genauerer Betrachtung ist vor allem ein Anstieg bei den Herz- und den Nierentransplantationen zu verzeichnen. Die Versorgung mit Lungenorganen ist aufgrund internationaler Kooperationen ebenfalls stabil hoch geblieben.

Obwohl die Spenderzahlen immer noch auf vergleichswesise exttrem Niveau liegen, werde es laut GÖG immer schwieriger, weil die Organspender im Durchschnitt immer älter werden. Auch die Diagnosen - deutlich weniger Traumapatienten und mehr Patienten nach Gehirnblutungen (höheres Alter) - ändern sich demnach.

Das "Paradeland" Spanien (35,3 gemeldete Spender insgesamt und 89,3 Transplantationen pro Million Einwohnern im Jahr 2011) rangiert hier auf dem gleichen Niveau wie Österreich mit 23,2 gemeldeten Organspendern, denen auch wirklich Organe entnommen wurden: 2011 wurden in Österreich 87 Transplantationen pro Million Einwohner durchgeführt. 

Längere Wartelisten

An sich wäre von den Proponenten der Organtransplantationen in Österreich ein Wert von 30 Organspendern pro Million Einwohner anzustreben. Dies konnten nur Kärnten (35,9) und Oberösterreich (32,5) deutlich überschreiten - Schlusslichter sind Salzburg (7,5) und das Burgenland (3,5). Daraus ergeben sich lange Wartelisten auf Organe. "Ende 2012 waren insgesamt 1.036 Personen auf der Warteliste. Sie werden tendenziell länger: Für eine Niere wartet man durchschnittlich 43,3 Monate (Zeitraum von 2007 bis 2012), für Leber, Herz und Lunge im Schnitt zwischen sechs und sieben Monate. (APA/red, derStandard.at, 27.6.2013)

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    2012 gab es insgesamt 747 Organ-Transplantationen - um 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Weil es aber weniger potenzielle Spender gibt, werden die Wartelisten länger.

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    Für eine Niere wartet man durchschnittlich 43,3 Monate, für Leber, Herz und Lunge im Schnitt zwischen sechs und sieben Monate.

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