Mursi: Komitee soll Verfassungsänderungen vorschlagen

27. Juni 2013, 07:39
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Oppositionspolitiker kritisieren derzeitige Verfassung als zu sehr von isamlistischen Werten geprägt

Kairo - Angesichts der eskalierenden Gewalt in Ägypten hat Präsident Mohammed Mursi am Mittwochabend ein Maßnahmenpaket verkündet, um seine politischen Gegner und unzufriedene Bürger zu besänftigen. Unter anderem will der islamistische Politiker ein parteienübergreifendes Komitee einrichten, dass Verfassungsänderungen vorschlagen soll. Bereits am Donnerstag sollte sich die Vorsitzenden der Parteien treffen und das Gremium seine Arbeit aufnehmen, schlug der Präsident vor.

Nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Hosni Mubarak war die neue ägyptische Verfassung im vergangenen Jahr per Volksabstimmung angenommen worden. Zahlreiche Oppositionspolitiker hatten sich jedoch bereits zuvor aus der verfassungsgebenden Versammlung verabschiedet und kritisieren den Text als zu sehr von islamistischen Werten geprägt.

In seiner rund zweistündigen und im Fernsehen übertragenen Ansprache kündigte Mursi zudem die Einrichtung eines nationalen Versöhnungskomitees an. Auch wolle er "alle Beamten entlassen, die für die Krisen verantwortlich sind, unter denen die Bürger leiden müssen". (APA, 27.6.2013)

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    Mohammed Mursi bei seiner Ansprache gestern Abend.

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