Femen-Aktivistinnen in Tunesien kommen auf Bewährung frei

27. Juni 2013, 14:49
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Haftstrafen am Mittwoch im Berufungsverfahren zur Bewährung ausgesetzt

Tunis/Paris/Berlin - Drei in Tunesien zu viermonatiger Haft verurteilte europäische Frauenrechtsaktivistinnen kommen auf Bewährung frei. Ein Gericht in der Hauptstadt Tunis setzte die Haftstrafen am Mittwoch im Berufungsverfahren zur Bewährung aus, wie Souhaib Bahri, Anwalt der Deutschen Josephine Markmann und ihrer beiden französischen Mitstreiterinnen, der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Frauen haben ihr Gefängnis in der Nacht zum Donnerstag verlassen. Wie ein AFP-Reporter von der Frauenhaftanstalt Manouba bei Tunis berichtete, wurden sie in einem Polizeifahrzeug zum Innenministerium gebracht. Die drei Frauen kamen am Donnerstagvormittag in Paris an. In Paris und Berlin herrschte Erleichterung, nachdem in Tunesien die Strafe gegen die Aktivistinnen der Gruppe Femen zur Bewährung ausgesetzt und die Frauen ausdem Gefängnis entlassen worden waren.

Die Aktivistinnen waren vor zwei Wochen zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil sie Ende Mai mit entblößten Brüsten vor dem Justizpalast in Tunis für die Freilassung einer tunesischen Femen-Aktivistin demonstriert hatten. Das Urteil wurde aus Deutschland und Frankreich kritisiert. Auch EU-Außenbeauftragte Catherine Asthon zeigte sich "überrascht von der Härte des Urteils".

Für Aktion entschuldigt

Im Berufungsprozess am Mittwoch entschuldigten die Aktivistinnen für ihren barbusigen Protest. "Ich bedaure die Tat und entschuldige mich", sagte Markmann. "Wir wollten die Tunesier nicht schockieren und werden es bestimmt nie wieder tun", sagte Pauline Hillier, eine der beiden inhaftierten französischen Femen-Aktivistinnen.

Bei der Anhörung trugen die jungen Frauen traditionelle Gewänder, die sie von Kopf bis Fuß verhüllten. "Das muslimische Recht untersagt derartige Handlungen", bekräftigte Richter Moez Ben Frej in der Verhandlung.

Ein weiterer Anwalt der drei Frauen, Patrick Klugman, sagte, die Aktivistinnen hätten es nicht für möglich gehalten, in einem Land, "das sich gerade für die Freiheit erhoben hat", mit ihrem Protest etwas zu riskieren. Er verlangte nachdrücklich die Freilassung der Frauen, die schon "viel zu lange" festgehalten worden seien. (APA, 26.6.2013)

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