Erbliche Veranlagung für Diabetes Typ 2

26. Juni 2013, 18:09
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Laut einer Studie erkrankt jede zweite Frau, die von vorübergehender Schwangerschaftsdiabetes betroffen war, innerhalb von acht Jahren dauerhaft an Diabetes Typ 2

Berlin - In einer südkoreanischen Studie wurden 843 Frauen nach einer Schwangerschaftsdiabetes regelmäßig untersucht. Die Langzeituntersuchung ergab, dass jede zweite Frau innerhalb von acht Jahren nach der Entbindung an Typ-2-Diabetes erkrankte. Bei rund 13 Prozent waren die Blutzuckerwerte bereits bei der ersten Nachuntersuchung nach zwei Monaten erhöht.

Diese sogenannten "Early converter“ wiesen häufig eine bestimmte Genvariante (HHEX) auf, die die Anfälligkeit für Typ-2-Diabetes steigert. Bei den Frauen, die später Typ-2-Diabetes entwickelten ("Late converter“), lag relativ häufig eine andere Gen-Variante (CDKAL1) vor. "Damit sehen wir Studien bestätigt, die auf eine erbliche Veranlagung für eine Typ-2-Diabetes hinweisen", erklärt Andreas Fritsche von der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG).

Ziel: Individualisierte Präventionsmaßnahmen

Eine ähnliche Studie wie in Südkorea führt derzeit auch das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD) in Tübingen, München und Düsseldorf durch. Die Deutsche Gestationsdiabetes-Studie (PREG) beobachtet eine Gruppe von Frauen während der Schwangerschaft und bis zu zehn Jahre nach der Geburt ihrer Kinder.

In Deutschland tritt bei vier Prozent aller Schwangeren Gestationsdiabetes auf. Von diesen Frauen entwickelt jede zweite innerhalb von zehn Jahren nach der Entbindung eine Typ-2-Diabetes, obwohl sich ihr Blutzuckerspiegel nach der Entbindung zunächst wieder normalisiert hat. "Wir erhoffen uns von dieser Studie, das Erkrankungsrisiko in Zukunft besser abschätzen zu können und individualisierte Präventionsmaßnahmen anbieten zu können“, erklärt Fritsche. 

Risiko verringern

Dennoch sei Typ-2-Diabetes kein unabwendbares Schicksal. Frauen mit Gestationsdiabetes, die ihr Kind stillen, haben auf lange Sicht ein um 40 Prozent verringertes Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. US-Studien zeigen, dass Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion das Risiko für Typ-2-Diabetes zudem halbieren können. 

Die DDG rät eine regelmäßige Kontrolle des Glukosestoffwechsels nach der Entbindung vornehmen zu lassen, auch wenn sich die Blutzuckerwerte zunächst wieder normalisiert haben. "Wir empfehlen eine erste Blutglukosemessung sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt", so DDG-Präsident Erhard Siegel. Sind die Blutzuckerwerte unauffällig, sollten nach Meinung des Experten die Messungen alle zwei bis drei Jahre wiederholt werden. (red, derStandard.at, 26.6.2013)

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