Zwölf Tote bei Taliban-Anschlägen in Pakistan

26. Juni 2013, 17:18
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Hoher Anti-Terror-Richter schwer verletzt

Karachi - Bei zwei Taliban-Anschlägen auf einen Anti-Terror-Richter und eine regierungstreue Miliz sind in Pakistan am Mittwoch zwölf Menschen getötet worden. Der erste Angriff in der Wirtschaftsmetropole Karachi galt dem ranghohen Richter Maqbool Baqir, der nach Behördenangaben schwer verletzt überlebte. Die an einem Motorrad befestigte Sechs-Kilo-Bombe riss neun Menschen in den Tod, darunter acht Personenschützer und der Fahrer des Richters.

Baqir war an zahlreichen Prozessen gegen Extremisten beteiligt. Nach Polizeiangaben wurde er von den Taliban, der extremistischen sunnitischen Organisation Lashkar-e-Jhangvi (LEJ) und anderen militanten Gruppen bedroht. Die 18-Millionen-Stadt Karachi ist ein Brennpunkt der Gewalt zwischen Sekten, ethnischen Gruppen und politischen Extremisten.

Auch zu einem zweiten Anschlag im Nordwesten bekannten sich die Taliban. In der an Afghanistan grenzenden Provinz Khyber Pakhtunkhwa wurden der Chef einer regierungstreuen Stammesmiliz sowie sein Bruder und ein Neffe getötet, als eine Bombe ihren Wagen vollständig zerstörte, wie aus Sicherheitskreisen verlautete.

Ein Sprecher der pakistanischen Taliban-Dachorganisation Tehreek-e-Taliban sagte der Nachrichtenagentur AFP, der Richter habe Urteile gegen Muslime gefällt und die Miliz habe mit der Regierung gegen Extremisten gekämpft. (APA, 26.6.2013)

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