Kroatien: Anwalt des Westbalkans in der Union

26. Juni 2013, 18:23
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Außenministerin Pusic: Hilfe bei Integration

Wien - Dem Land zu danken, das von Anfang an zu den stärksten Befürwortern der Aufnahme Kroatiens in die EU zählte: Dazu kam Außenministerin Vesna Pusic am Mittwoch, fünf Tage vor dem Beitritt, nach Wien. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem Amtskollegen Michael Spindelegger würdigte sie Österreichs "Unterstützung, Geduld und Partnerschaft" auf dem Weg Kroatiens in die Union.

Dort will Zagreb nun seinerseits als Anwalt der Integration der übrigen Länder des Westbalkans wirken. "Das sehen wir als unsere Verantwortung an", sagte Pusic. Auch dabei zähle man auf die Partnerschaft Österreichs. Für Staaten wie Serbien und Bosnien-Herzegowina bedeute Kroatiens EU-Beitritt, dass sie es ebenfalls schaffen können.

In Anspielung auf die verbreitete Krisenstim-mung und Erweiterungsmüdigkeit in der EU meinte Pusic, in Kroatien kenne man die Alternativen zu Stabilität, funktionierenden Institutionen und Frieden. Daher sei die Sache klar - "alles andere ist Mehrwert".

Auch Spindelegger sieht im EU-Beitritt Kroatiens einen weiteren Reformimpuls für die anderen beitrittswilligen Balkanländer. In diesem Kontext meinte Pusic zur Frage der weiteren Beitrittsverhandlungen mit der Türkei, das Kandidatenland sei bereits durch einige von der EU angestoßene Reformen gegangen. Dies helfe dem reformorientierten Lager in der Türkei auch bei der künftigen Entwicklung.

Was Kroatiens eigene Reformen betrifft, so bekräftigte die Außenministerin, dass bei der Korruptionsbekämpfung auch künftig "nichts unter den Teppich gekehrt wird". (jk, DER STANDARD, 27.6.2013)

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