675.000 Dollar: Filesharing-Strafe für Tenenbaum bleibt aufrecht

26. Juni 2013, 12:43
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22.500 Dollar pro auf Kazaa geteiltem Lied

Für das Herunterladen und Teilen von 30 Liedern auf KazaaDie gegen den Physik-Studenten Joel Tenenbaum ausgesprochene Strafe wegen Filesharing bleibt aufrecht. Er muss Schadensersatz in der Höhe von 22.500 Dollar pro Song, insgesamt also 675.000 Dollar, zahlen.

Gericht findet Vorbringen Tenenbaums "ungeheuerlich"

Die Jury in der Verhandlung vor einem Bundesberufungsgericht bestätigte das Urteil eines Bostoner Gerichts aus dem Jahre 2009. Da das Supreme Court eine Berufung bereits abgelehnt hat, dürften die Rechtsmittel von Tenenbaum nunmehr erschöpft sein.

Das Gericht fand Tenenbaums Vorbringen, dass der Schaden durch das Teilen von insgesamt 30 Liedern kaum mehr als 450 Dollar (in etwa der Wert von 30 Alben) ausmachen könne, laut Huffington Post wortwörtlich "ungeheuerlich", da er zahlreiche Warnungen ignoriert habe.

Zahlreiche Wendungen

Der Fall Tenenbaum hat zahlreiche Wendungen hinter sich. Er soll 2004 insgesamt 30 Songs via Kazaa gedownloadet und weiter geteilt haben. Die Klage wurde vom amerikanischen Musikindustrieverband RIAA im Namen von vier Labels eingereicht. Eine gütliche Einigung hätte schon vor dem Ersturteil eine Beendigung des Falles gegen eine Zahlung von 10.500 Dollar herbeiführen können, dies wurde jedoch von Tenenbaum abgelehnt.

"Fair Use"-Argument abgeschmettert

Tenenbaums Verhandlungsposition - er wurde zuerst von seiner Mutter und später vom angesehenen Harvard-Dozenten Charles Nesson vertreten - war stets, dass der geforderte Schadensersatz in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Einnahmenentfall stehe. Das Argument "Fair Use" wurde von der zuständigen Richterin der ersten Instanz, Nancy Gernter, nicht akzeptiert. Dazwischen matchten sich Kläger und Verteidigung um die Einrichtung eines Livestreams des Prozesses und die Beschlagnahmung der Rechner von Tenenbaums Eltern.

In einer ersten Berufung wurde der Schadensersatz auf ein Zehntel, also 67.500 Dollar herabgesetzt. Tenenbaum ging abermals dagegen vor, da ihm nach eigenen Angaben die finanziellen Mittel fehlten, um diesen Betrag zu begleichen. Statt einer weiteren Reduktion brachte das Revisionsverfahren jedoch wieder eine Erhöhung auf das ursprüngliche Maß, das nunmehr endgültig sein dürfte.

Tenenbaum selbst hat zur Bestätigung noch keinen Kommentar abgegeben. (red, derStandard.at, 26.06.2013)

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    Das Unternehmen "Joel Fights Back" dürfte wohl gescheitert sein.

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