Kika/Leiner an Südafrikaner verkauft

26. Juni 2013, 14:50
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Die Möbelkette geht an den Mischkonzern Steinhoff. Name und Management sollen bleiben

Wien - Die Möbelkette Kika/Leiner wurde an den südafrikanischen börsennotierten Mischkonzern Steinhoff verkauft. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt, laut Bankenkreisen soll Steinhoff aber mehr als 500 Millionen Euro springen haben lassen. Das Signing des Deals erfolgte bereits, derzeit läuft die Anmeldung bei den Kartellbehörden. Mit einem Closing sei im Sommer zur rechnen, heißt es.

Namen bleiben

Die Namen Kika und Leiner werden weiterhin bestehen bleiben, Unternehmenschef Paul Koch wird die Möbelkette auch unter den neuen Eigentümern leiten. "Er wurde von Steinhoff gebeten, CEO zu bleiben", so sein PR-Berater Wolfgang Rosam. Auch Peter Kickinger, Geschäftsführer neben Koch, soll bleiben. Kika/Leiner war mehrere Generationen in Familienhand. 2008 übergab Herbert Koch die Führung an seinen damals 30-jährigen Sohn Paul. Er selbst zog sich in den Aufsichtsrat zurück.

Was die neuen Eigentümer mit der Möbelkette vorhaben, sagten sie noch nicht. Laut Rosam sind die Zeichen auf Expansion gestellt. "Es war ja kein Notverkauf."

Möbelhändler kauft Möbelhändler

Die Steinhoff-Gruppe ist ein internationaler Mischkonzern, der zwei Drittel seiner Erträge aus dem Möbelhandel und ein Drittel unter anderem aus Produktionen und Logistikunternehmen erwirtschaftet. Mit Steinhoff will Kika/Leiner vor allem Synergien beim Einkauf nutzen.

2012 setzte die gesamte Gruppe rund 6,8 Milliarden Euro um, das EGT betrug 585 Millionen Euro. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und notiert an der Börse in Johannesburg.

Stark in Osteuropa engagiert

Mit ihren rund 7.500 Mitarbeitern erwirtschafteten Kika und Leiner im Geschäftsjahr 2012/2013 einen Umsatz von über einer Milliarde Euro. Dennoch weist die Bilanz ein negatives Ergebnis von elf Millionen Euro aus. Das Familienunternehmen ist die Nummer zwei am österreichischen Möbelmarkt und hat auch stark in das nun schwächelnde Osteuropa investiert. Mit 23 Häusern sind die Österreicher, die insgesamt 73 Häuser führen, dort in sechs Ländern aktiv.

Der österreichische Möbelmarkt wird zu 55 Prozent von Lutz und von Kika/Leiner dominiert. Ikea kommt hierzulande auf einen Marktanteil von 14 Prozent. Dahinter tummeln sich Möbel Ludwig und Rutar. (red/APA, derStandard.at, 26.6.2013)

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    Über das Unternehmen hat es schon zuvor Verkaufsgerüchte gegeben.

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