PS4 vs. Xbox One: Die Controller im Vergleich

26. Juni 2013, 13:35
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Wie bei den Konsolen gehen Sony und Microsoft auch bei der Spielsteuerung unterschiedliche Wege

Mit der PlayStation 4 und der Xbox One führen Sony und Microsoft auch eine neue Generation der Spielcontroller ein. Beide stellen Weiterentwicklungen ihrer Vorgänger dar und unterscheiden sich stark voneinander. Auch beim Motion-Gaming gehen die Hersteller eigene Wege.



(Bild: Xbox One-Controller und DualShock 4)

DualShock 4

Beim DualShock 4 der PS4 wurden die Haltegriffe im Vergleich zum Vorgänger ergonomischer geformt und liegen nun deutlich komfortabler in der Hand. Um das klickbare Multi-Touchpad bedienen zu können, wurden die Analog-Sticks wieder in die Mitte gesetzt. Allerdings fällt die Steuerung durch die neuen Haltegriffe nun entspannter aus, durch ihre Wölbung nach innen, rutscht man nicht mehr so leicht ab. Die Trigger sind nun wie beim Xbox-Gamepad nach außen gekrümmt und geben guten Halt. Das digitale Steuerkreuz wurde ebenfalls neu designt, während die vier Eingabetasten X, Viereck, Dreieck und Kreis gleich geblieben sind. Um Bandbreite zu sparen und die Eingabeverzögerung zu minimieren, erlauben diese allerdings keine analoge Druckeingabe mehr. Ein Feature, das bei der PS3 allerdings auch kaum genutzt wurde. Zwischen den Analogsticks befindet sich anstelle der bisherigen Select- und Start-Tasten das neue Touchpad, das wie bei der PS Vita eine Fingereingabe für Gesten ermöglicht.

Entlang der Stirnseite befindet sich eine LED-Leiste. Diese dient einerseits zur Nutzeridentifikation und andererseits zur dreidimensionalen Erfassung durch die neue Stereokamera, die optional erhältlich ist. Außerdem können Entwickler die Leuchtdiode nutzen, um etwa Treffer oder Heilung anzuzeigen, in dem sich das Licht rot oder grün färbt.  

(Animation: DualShock 3 vs. DualShock 4)

Überdies wurden in den Controller diverse Bewegungssensoren und ein Vibrationsmotor verbaut, um zumindest teilweise die Funktionalität des PlayStation Move-Controllers ersetzen zu können. Unterhalb des Zwei-Punkt-Touchpads ist ein Mono-Lautsprecher eingebettet, der beispielsweise Funksprüche direkt beim Spieler anstatt über die Lautsprecher ausgibt. Darunter ist der PlayStation-Button zu sehen. Eine Neuerungen ist der Share-Button seitlich vom Touchpad, der zum Speichern und Teilen von Spielvideos dient. An der Unterseite zwischen den Analogsticks ist ein standardisierter Klinke-Anschluss für ein Headset verbaut. Gleich daneben ist ein Multifunktionsanschluss für Erweiterungen.

Der PS4 beigelegt ist ein einfaches Mono-Headset und der Akku des Controllers wurde wie beim DualShock 3 integriert und lässt sich per USB-Kabel aufladen.

Xbox One-Controller

Der XBO-Controller ist eine optimierte Weiterentwicklung des Xbox-360-Gamepads, die eine Spur kleiner ist und ebenfalls sehr angenehm in der Hand liegt. Die Analogsticks sind leicht geschrumpft und bieten dank eines strukturierten Gummirands besseren Halt. Die Aktionstasten und Trigger wurden in spiegelglattem Kunststoff gehalten. Die Abzüge verfügen nun über Vibrationsmotoren, die Erschütterungen auch in den Fingerspitzen und nicht nur in den Handballen spürbar machen. Außerdem verspricht Microsoft eine Reduktion der Eingabeverzögerung um rund 20 Prozent.

(Bild: Xbox One- vs. Xbox 360-Controller)

Microsoft betreibt auch das neue Gamepad standardmäßig über zwei AA-Batterien. Steckt man das Gamepad über USB an, wird Energie gespart. Optional kann ein wiederaufladbarer Akku erworben werden, der sich über USB aufladen lässt.

Der neue High-Speed-Port ersetzt den bisherigen Head-Set-Anschluss, weshalb sich alte Xbox 360-Headsets nicht weiterverwenden lassen. Ein entsprechendes Headset wird nicht mitgeliefert. Anstelle dessen wird die Kommunikation von Haus aus über den mitgelieferten Kinect-Sensor der XBO geführt.

Kinect

Das verpflichtende Kinect für XBO verfügt über eine RGB-Kamera mit 1080p-Auflösung bei 30 Bildern pro Sekunde, eine Mikrofonleiste zur Sprachsteuerung und einen verbesserten Infrarotsensor. Insgesamt kann das neue Kinect bis zu sechs statt wie bisher zwei Personen im Raum erkennen, erlaubt eine Nutzeridentifizierung über Sprache und Gestalt und verspricht feinere Bewegungen registrieren zu können als die Xbox 360-Fassung. User werden anhand von 25 statt wie bisher 20 Gelenken gescannt. Kinect kann so Drehungen des Körpers und Kopfes, eine Hebung der Schultern und die Öffnung von Händen anhand der Daumenbewegung erkennen. Die Verzögerungszeit soll dank flotterer Anbindung um rund ein Drittel reduziert worden sein und der Erfassungsradius wurde so weit erhöht, dass nun kein Kalibrierungsgelenk mehr nötig ist.

(Video: Kinect Sports Rivals Announce Trailer)

Dank der höheren Auflösung kann Kinect nun genauere 3D-Scanns von Nutzern erstellen. Details wie Knöpfe auf einer Weste und Muskelbewegungen kommen zum Vorschein. Der Sensor ist auch in der Lage, störende Lichtquellen und Objekte zu identifizieren und auszublenden. Über die Veränderung des Blutflusses im Gesicht kann Kinect sogar die Veränderung des Herzschlags erkennen. 

PlayStation Eye

Die neue separat erhältliche PlayStation Eye integriert zwei Kameras, die jeweils mit 1280 x 800 Bildpunkten bei 60 Bildern pro Sekunde auflösen. Zur Spracheingabe wurden vier Mikrofone integriert. Die Stereokamera erlaubt eine präzisere Identifikation des Spielers sowie die Aufnahme von dreidimensionalen Bildern. Zudem verspricht Sony eine genaue, räumliche Erfassung der LED-Leiste des DualShock 4-Controllers sowie des PlayStation Move-Controllers. Im Vergleich zur aktuellen PlayStation-Kamera wird die PS4 Eye-Kamera nicht über USB sondern einen gesonderten AUX-Port an der PS4 angeschlossen.

(Video: The PlayRoom PS4 Trailer)

Wie beschrieben, ermöglicht der DualShock 4 zumindest in kleinerem Rahmen auch ohne Kamera eine Gestensteuerung - dank integrierten Beschleunigungs- und Lagesensoren und Touchpad. Für Motion-Games vom Schlage "Sports Champions" wird weiterhin PlayStation Move unterstützt.

Preise und Zubehör

Beiden Konsolen liegt zum Start ein Controller bei. Bei der Xbox One ist Kinect integriert, der Lieferumfang der PS4 enthält ein Headset und der Akku im DualShock 4 ist wiederaufladbar. Die PS3- und Xbox 360-Gamepads sind zu den neuen Konsolen nicht kompatibel. PlayStation Move kann mit der PlayStation Eye allerdings auch bei der PS4 eingesetzt werden. 

Ein zusätzlicher PS4-Controller kostet 59 Euro, die PlayStation Eye ist für 49 Euro erhältlich. Microsoft hat noch keine Preise zum Zubehör bekanntgegeben. Neben zusätzlichen Xbox One-Controllern und einem Play&Charge-Kit wird man auch offizielle Headsets erwerben können. Sobald weitere Informationen bekannt sind, wird dieser Artikel aktualisiert. (Zsolt Wilhelm, derStandard.at, 26.6.2013)

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