Großbritannien erwägt medikamentöse Prophylaxe

25. Juni 2013, 19:38
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Zielgruppe sind 500.000 Patientinnen mit erhöhtem Risiko

London - Fast eine halbe Million Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko könnten in Großbritannien vorbeugende Medikamente vom Staat erhalten. Unnötige Risiken und drastische Folgeeingriffe wie Brustamputationen könnten so häufiger vermieden werden, erklärte das Nationale Gesundheitszentrum NICE in einer Empfehlung vom Dienstag. Risikogruppen sollten deshalb auch Zugang zu Medikamenten wie Tamoxifen oder Raloxifen bekommen, obwohl diese in Großbritannien - anders als in den USA - noch nicht als Präventiv-Arzneimittel zugelassen sind.

Sinkendes Brustkrebsrisiko bei Frauen über 35

Studien zufolge können solche Wirkstoffe bei täglicher Einnahme über fünf Jahre hinweg das Brustkrebsrisiko von Patientinnen über 35 Jahre um 30 bis 40 Prozent senken. In Großbritannien ist Brustkrebs die am häufigsten auftretende Krebsvariante und wird jedes Jahr bei 50.000 Frauen und 400 Männern diagnostiziert - jeder fünfte davon hat laut NICE eine erbliche Krankheitsveranlagung. Das NICE bewertet im Auftrag des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) in England und Wales Medikamente und Behandlungsmethoden und gibt Empfehlungen für die medizinische Praxis ab.

Brustamputation ein "traumatisierender Eingriff"

Eine Brustamputation sei im Vergleich zur frühzeitigen Prophylaxe ein "schwerer und traumatisierender Eingriff", mahnte NICE. Durch vorbeugende Maßnahmen könnten zudem aufwendigere Behandlungsmethoden vermieden und die Kosten im staatlichen Gesundheitswesen gesenkt werden, das ebenso wie andere öffentliche Dienste von Einsparungen betroffen ist. (APA, 25.6.2013)

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    Eine Frau lässt eine Mammographie durchführen. Nun sollen Hochrisikopatientinnen in Großbritannien prophylaktisch medikamentös behandelt werden.

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