Renditen auf türkische Anleihen steigen deutlich

25. Juni 2013, 18:18
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Proteste verunsichern Anleger

Wien - Die Proteste in der Türkei ziehen weiterhin ihre Spuren am Finanzmarkt. So sind die Renditen auf Zehn-Jahres-Anleihen der Türkei wieder angestiegen und stehen mit 8,96 Prozent auf dem höchsten Stand seit über einem Jahr. Der Istanbuler Index XU 100 hat in den vergangenen Wochen mehr als 20 Prozent verloren.

"Die Türkei hat einen perfekten Sturm erlebt", sagt Alexander Moseley, Senior Portfolio Manager im Emerging Market Debt Relative Return Team bei Schroders. Der Anstieg der US-Treasury-Renditen löste eine Verkaufswelle bei Währungen der Schwellenländer aus. "Als einer der größten und liquidesten Märkte wurde die Türkei überproportional getroffen", sagt Moseley zum Standard.

Neben den Demonstrationen gegen die Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan gelten auch die auf Herbst verschobenen Gespräche über einen möglichen EU-Beitritt als Ursache für die Unsicherheiten am Markt.

Die Anleiherenditen in der EU stiegen am Dienstag im Sekundärmarkthandel generell an. Österreichs Rendite legte leicht auf 2,275 Prozent zu, Deutschland stieg geringfügig auf 1,792 Prozent. Auch Frankreich musste mit 2,427 Prozent eine kleine Verteuerung hinnehmen. In den Krisenstaaten stiegen die Renditen auf griechische Zehn-Jahres-Papiere auf 11,636 Prozent. Spanien ging wieder über die Fünf-Prozent-Marke auf 5,017 Prozent. Irland musste einen Anstieg auf 4,25 Prozent hinnehmen. (APA, bpf, DER STANDARD, 26.6.2013)

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