Europas Banken sollen strenger geprüft werden

25. Juni 2013, 17:32
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Berlin/Frankfurt am Main - Der Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann hat sich für eine strenge Bilanzprüfung bei europäischen Banken starkgemacht. Das sei unumgänglich, um spätere unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sagte Weidmann der Süddeutschen Zeitung. Denn diese wären der Glaubwürdigkeit der Bankenunion nicht förderlich.

Weidmann forderte die Möglichkeit, Kreditinstitute zu schließen. "Zur Verantwortung für eine Entscheidung gehört auch die Haftung. Wenn wir eine gemeinsame Regulierung und Aufsicht haben, dann ist auch ein gemeinsamer Restrukturierungs- und Abwicklungsmechanismus konsequent", sagte das Ratsmitglied der EZB. Finanzieren sollten das zunächst private Investoren. Wenn das nicht möglich sei, müssten Regierungen über den Einsatz staatlicher Mittel entscheiden. Es gehe am Ende um ausreichend kapitalisierte Banken, die über nachhaltige Geschäftsmodelle verfügten. Nur dann könnten die Banken ihre Risiken auch selbst tragen und ihrer Aufgabe der Kreditvergabe nachkommen.

Eine Einigung über Grundregeln für die Restrukturierung von Banken ist ein wichtiges Element der angestrebten Bankenunion. Direkte Kapitalspritzen für Geldhäuser aus dem Europäischen Schutzschirm ESM, wie sie den Krisenländern besonders wichtig sind, sind an die Existenz einer funktionierenden europäischen Bankenaufsicht gebunden. Diese wird es frühestens im zweiten Halbjahr 2014 geben.

Die EU-Finanzminister werden heute, Mittwoch, weiter über Abwicklungsregeln für marode Finanzinstitute beraten. (Reuters, DER STANDARD, 26.6.2013)

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