Bühne des Lächelns

25. Juni 2013, 17:02
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Das Letzte Erfreuliche Operntheater erinnert mit dem Programm "So eine Frechheit!" an Kurt Robitschek

Er war offenbar auch durch stürmische Zeitläufte nur bedingt verwüstlich: Kurt Robitschek (1890-1950), in Prag geboren, in Wien aufgewachsen, in New York verstorben. Im Ersten Weltkrieg verwundet, gründete er 1924 in Berlin das "Kabarett der Komiker", floh vor den Nazis nach Wien, wo er an den Kammerspielen eine "Bühne des Lächelns" zu etablieren suchte. Das Lächeln verging Land und Künstlern bald, er emigrierte in die USA.

Immer wieder erinnert das Letzte Erfreuliche Operntheater an die reiche Vergangenheit der Stadt auf dem Gebiet der Kleinkunst. Im neuen, von Elena Schreiber zusammengestellten Programm "So eine Frechheit!" kann man einen singenden, klingenden Spaziergang durch das Werk Kurt Robitscheks miterleben; in einem sachten Nachvollziehen seines multistationären Lebenswegs erklingen Melodien von Fritz Hollaender, Béla Lasky, Hermann Leopoldi und Robert Stolz.

Elena Schreiber ist wie gewohnt eine beeindruckende Größe in Sachen Gesang und Darstellung, Stefan Fleischhacker steht ihr in kostümtechnischer und charakterlicher Wandelbarkeit in nichts nach. Eine Freude und Entdeckung der junge Sebastian Zeleny, der als Conferencier mit virtuoser Präsentationskunst sowie mit beeindruckendem körperlichem Einsatz die Herzen und Augen des Publikums erobert. Andreas Brencic kommt am Klavier mitunter aus dem Grinsen nicht raus. Unbedingt viel applaudieren, die Zugaben sind wirklich gut. (end, DER STANDARD, 26.6.2013)

26.-28. und 30. 6., 5. und 7. 7., 20.00

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