"World War Z": Wie 8.500 digitale Zombies in einer Filmszene landen

25. Juni 2013, 13:47
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Leiter des Visual-Effects-Teams erklärt die Produktion der Jerusalem-Szene

Das Zombie-Genre ist weiter im Aufwind. Egal ob in Videospielen wie "The Day Z" oder "Left4Dead", TV-Serien wie "The Walking Dead" oder der gleichnamigen Comicvorlage: Die lebenden Toten haben derzeit die Popkultur vereinnahmt.

Wenig überraschend zollt auch Hollywood der Entwicklung Tribut. Während "Resident Evil" seit Jahren sein fixes Publikum hat und viele Fans auf eine Fortsetzung von "28 Days Later" und "28 Weeks Later" hoffen, schickt Paramount Pictures in "World War Z" Starschauspieler Brad Pitt in eine Apokalypse ungeahnten Ausmaßes.

Tausende Zombies stürmen gegen Jerusalem

In einer Szene des Films stürmen abertausende hungrige Untote gegen die riesige Mauer von Jerusalem. In ihrer unbändigen Lust auf frische Beute scheitern sie zwar am massiven Beton, türmen sich aber wie Ameisen immer weiter und weiter. Wired berichtet über die aufwendige Produktion dieser Bilder.

Alle Mitglieder der riesigen Horde existieren nur virtuell. Man nennt sie "Agents" und in diesem Abschnitt des Streifens tummeln sich 8.500 davon. Sie sind digitale Bots, die von Visual Effects-Künstlern programmiert wurden, sich in einem bestimmten Muster zu bewegen. Fast ein Jahr dauerte es, um den Massenansturm so hinzubekommen, wie man ihn letztlich in "World War Z" (eine Fortsetzung wurde bereits angekündigt) zu sehen bekommt.

"Das Schwierigste ist es, diesen Haufen richtig aussehen zu lassen, ohne dass irgendwas schiefgeht", sagt Scott Farrar, der das Grafikteam geleitet hat. "Man kämpft immer damit, etwas gut und cool und trotzdem realistisch aussehen zu lassen."

80 Verrenkungskünstler für Bewegungsstudien

Wo in anderen Szenen reale Schauspieler auf computergerenderte Gegenstücke treffen, besteht der Ansturm auf Jerusalem vollständig aus Computeranimation. Farrar hat seine beruflichen Erfahrungen unter anderem bei Produktionen wie "Transformers" gesammelt.

Die Agents wirken sehr menschlich, auch wenn sie sich Algorithmus-gesteuert in Pyramiden aus Körpern anhäufen. Denn freilich wurden sie nach menschlichem Vorbild modelliert. Für Bewegungsstudien hat die Animatoren-Crew rund 80 Verrenkungskünstler in Budapest beobachtet, um den Wandel vom Menschen zum Zombie möglichst gut umzusetzen.

Monatelange Feinarbeit

Die Feinarbeit danach dauerte mehrere Monate. "Man kann jeden Tag diese Einstellungen ansehen, dann ist man kurz davor sie freizugeben und plötzlich findet jemand etwas, das nicht passt", schildert Farrar. "Es ist wie ein Suchrätsel."

Die Untoten herumstolpern zu lassen, wie es in vielen anderen Umsetzungen üblich ist, machte hier keinen Sinn. "Also haben wir in vielerlei Hinsicht mit der Tradition gebrochen", so der Grafikexperte weiter. "Wir haben uns gefragt: 'Was wäre realistisch? Was wäre die Wissenschaft dahinter, wenn es real wäre?'. Sie [die Zombies] würden nicht einmal ihre Hände ausstrecken, sondern einfach nur mit ihren Zähnen nach ihren Opfern schnappen. Sie machen einfach weiter, bis sie ihren Biss bekommen."

"World War Z" startet in Österreich am 28. Juni in den Kinos. (red, derStandard.at, 25.6.2013)

(Video: "World War Z" Trailer)

Links

Wired

World War Z (IMDB)

World War Z (offizielle Website)

  • Die virtuellen Untoten türmen sich ihren Weg über die Mauer.
    foto: paramount pictures

    Die virtuellen Untoten türmen sich ihren Weg über die Mauer.

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