Berenberg Bank bestätigt für Erste Group "Sell"

25. Juni 2013, 10:26
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Wien - Die Analysten der Berenberg Bank haben ihre Empfehlung "sell" und ihr Kursziel von 13,00 Euro für die Aktie der Erste Group bestätigt. Ihre Ergebnisprognosen haben die Analysten in Reaktion auf die Gewinnwarnung und Ankündigung einer Kapitalerhöhung der Erste vom Montag revidiert.

Die Erste Group will ihr gesamtes staatliches und privates Partizipationskapital in Höhe von 1,76 Mrd. Euro im dritten Quartal zurückzahlen und im Gegenzug ihr Kapital um rund 660 Mio. Euro erhöhen. Die Bank geht davon aus, dass damit die neuen Eigenkapitalvorschriften (Basel III) einer harten Kernkapitalquote von 10 Prozent bis Dezember 2014 erreicht werden. Gleichzeitig hat die Erste Group auch vor einem Gewinnrückgang gewarnt, für 2013 rechnet die Bank nun mit einem Rückgang des Betriebsergebnisses um bis zu 5 Prozent.

Für die Analysten der Berenberg Bank impliziert die Erste-Gewinnwarnung einen schwachen Ausblick für den CEE-Raum. Die Experten sehen sich damit in ihrer bisherigen Einschätzung bestätigt. "The growth story for CEE is old news", heißt es in der Berenberg-Analyse.

Die Berenberg-Analysten haben auch die Gewinnwarnung und den Verwässerungseffekt durch die Kapitalerhöhung in ihre Ergebnisprognosen eingearbeitet. Für das laufende Geschäftsjahr 2013 der Erste Group erwarten sie nun - nach der Kapitalerhöhung - ein Ergebnis von 1,07 Euro je Aktie. Für die Folgejahre werden 1,20 (2014) und 1,55 (2015) Euro je Aktie prognostiziert. Die Dividenden werden mit 0,33 (2013), 0,30 (2014) und 0,39 (2015) Euro je Aktie erwartet.

Raiffeisen dürfte nach Einschätzung der Berenberg-Analysten bald mit einer Kapitalerhöhung nachziehen. Die Märkte und die Regulierungsbehörden dürften Raiffeisen dazu drängen, der Erste möglichst rasch zu folgen. Um auf eine Basel-III-Kernkapitalquote von 10 Prozent zu kommen, müsste die Raiffeisen 1,8 Mrd. Euro über eine Kapitalerhöhung aufnehmen, rechnen die Analysten vor. (APA, 25.6.2013)

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