Wiener Forscher klärten Amphetamin-Mechanismus

25. Juni 2013, 09:21
6 Postings

Anlässlich des bevorstehenden Welttags gegen Drogenmissbrauch (26.6.) präsentieren Wiener Forscher eine Studie, die einen bedeutenden Amphetamin-Mechanismus entschlüsselt

Wien - Harald Sitte und Stefan Böhm vom Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien untersuchten in ihrer Studie die Wirkung von Amphetaminen im menschlichen Gehirn. Das Ergebnis: Amphetamine entfalten ihre Wirkung nur dann, wenn die Zellmembranen die Serotonintransporter mit dem Membranlipid PIP2 gut "schmieren"

Häufig bagatellisiert

Beim Serotonintransporter handelt es sich um ein medizinisch bedeutsames Membranprotein, da es das Ziel verschiedener Medikamente (z.B. Antidepressiva), aber auch verschiedener missbräuchlich verwendeter Substanzen – etwa Kokain und Amphetamine – ist. Letztere Substanzen standen deshalb auch im Fokus der vorliegenden Studie.

"Amphetamine werden häufig bagatellisiert und als Wohlfühlsubstanzen und Denkverstärker propagiert. Wir wollen verstehen, welche Risiken vor allem mit neuen amphetaminartigen Substanzen verbunden sind und wie diese Substanzen im Körper funktionieren", sagt Studienleiter Harald Sitte.

Wichtiger Schritt

Neben der Entdeckung, dass die Membran, in der die Serotonintransporter eingebettet sind, einen wichtigen Einfluss auf die Wirkung von Amphetaminen ausübt, konnten die Forscher um Sitte in Zusammenarbeit mit Forschern der Uni Wien auch die Bindungsstelle von PIP2 an den Serotonintransporter identifizieren. "Die nun gezeigte Bedeutung der Membranlipide für die Amphetaminwirkung kann uns einen wichtigen Schritt in Richtung der Behandlung von Abhängigkeiten von diesen Substanzen bringen", sagt Sitte.

Die Studie erschien soeben in den renommierten "Proceedings" der Nationalen Akademie für Wissenschaften der Vereinigten Staaten von Amerika (PNAS) und ist das Ergebnis einer langjährigen Forschungszusammenarbeit der MedUni Wien, der Universität Wien und der Vanderbilt Universität in Nashville. In den beteiligten Arbeitsgruppen sind JungwissenschafterInnen beschäftigt, die im Doktoratskolleg "Molecular Drug Targets" von MedUni Wien und Universität Wien ihr PhD-Studium absolvieren und entscheidend zum Erfolg der Arbeit beigetragen haben. (red, derStandard.at, 25.6.2013)

Share if you care.