Zahl der Hurrikane im Atlantik nimmt durch sauberere Luft zu

24. Juni 2013, 18:00
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Forscher: Industrieemissionen unterdrückten im Lauf des 20. Jahrhunderts die Hurrikanbildung

London - Chris, Ernesto, Gordon, Isaac, Kirk, Leslie, Michael, Nadine, Rafael, Sandy: So hießen die tropischen Wirbelstürme im Atlantik, die sich 2012 zu Hurrikanen auswuchsen. Dass sich in den letzten Jahren Wirbelstürme häufen, habe auch mit der Luftverschmutzung zu tun, besagt eine Studie von Wissenschaftern des britischen Met Office um Nick Dunstone. Genauer: mit der Abwesenheit von Luftverschmutzung. Der Rückgang von Feinstaubpartikeln in der Luft sorge für eine Zunahme der Stürme, berichten Forscher in "Nature Geoscience".

Industrieemissionen hätten im Lauf des 20. Jahrhunderts die Hurrikanbildung unterdrückt, so die Forscher. Aerosole in der Atmosphäre machen Wolken heller und sorgen dafür, dass mehr Energie von der Sonne zurück in das Weltall reflektiert wird. Der Nordatlantik sei so kühler geworden. "Unsere Forschung deutet darauf hin, dass das die Zirkulation in der Atmosphäre verändert hat und die Bildung von Hurrikanen unwahrscheinlicher wurde", sagt Dunstone. Seit den Bemühungen um sauberere Luft in den 1980ern sei nun die Aerosol-Konzentration zurückgegangen.

Aktive Hurrikanperioden gab es von 1930 bis 1960 und ab 1995 bis jetzt. Der Beginn des 20. Jahrhunderts und die 1970er- und 1980er-Jahre waren relativ ruhig. Die Berücksichtigung der Partikel in den Wettermodellen könnte ein Großteil der Variabilität der Hurrikane erklären, so die Forscher. (pum, DER STANDARD, 25.6.2013)

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