"Ingress"-Spieler entzünden virtuelle Kerzen für Verstorbenen

25. Juni 2013, 10:34
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Fraktionsübergreifende Aktion in Darmstadt - über 400 Portale "neutralisiert"

Zu Ehren ihres unerwartet verstorbenen Mitspielers E. G. Steup (Google+) haben sich "Ingress"-Spieler in Darmstadt zu einer besonderen Aktion zusammengefunden.

Zahlreiche Angehörige der beiden sonst erbittert konkurrierenden Fraktionen, "Enlightened" und "Resistance", verabredeten sich, um am letzten Sonntag im Spiel zwei virtuelle Kerzen für den in seiner Gemeinschaft sehr wertgeschätzten Verblichenen zu entzünden.

33 Beteiligte

Dazu wurden in koordinierter Arbeit sämtliche Portale im Stadtgebiet leergeschossen und somit "neutralisiert", mehr als 400 an der Zahl. 33 Agenten beider Seiten beteiligten sich direkt an der mehrstündigen Aktion. Ein ausführlicher Bericht der "Denkmalsetzung" findet sich am Google+-Profil des Spielers DarkG.

Am Ende wurden zwei Portale nahe des Wohnorts von "idschie" – so Steups Spieler-Pseudonym – von jeweils beiden Fraktionen mit Resonatoren vollgesteckt und auf das maximale Level 8 gebracht. Es folgte eine Gedenkstunde, an der auch seine Lebensgefährtin teilnahm. Zudem wurde bis zum nächsten Tag ein (nur zwischendurch von uninformierten Spielern gestörter) Waffenstillstand eingehalten.

Ingress

"Ingress" ist ein von Googles "Niantic Lab" entwickeltes Augmented-Reality-Game für mobile Endgeräte mit Rollenspiel-Elementen. Zwei Fraktionen rittern um die Kontrolle von über die Welt verteilten Portalen, die zur Interaktion physisch aufgesucht werden müssen.

Zwischen diesen Portalen können Felder gespannt werden, die Zeit ihres Bestehens je nach Größe in den globalen Punktestand einfließen. (Georg Pichler, derStandard.at, 25.06.2013)

Anm. d. Red.

Der Autor des Artikels spielt unter dem Nick "peorg" als Enlightened-Agent in Wien.

Links

DarkG (Google+)

Ingress

  • Darmstadt vor der Aktion.
    foto: darkg/google+

    Darmstadt vor der Aktion.

  • Nach den Aufräumarbeiten standen nur noch zwei Portale als "Trauerkerzen" für den Verstorbenen.
    foto: darkg/google+

    Nach den Aufräumarbeiten standen nur noch zwei Portale als "Trauerkerzen" für den Verstorbenen.

  • Sie wurden nahe seines Wohnortes "entzündet".
    foto: darkg/google+

    Sie wurden nahe seines Wohnortes "entzündet".

  • Die 33 Teilnehmer, die die Stadt umgekrempelt haben.
    foto: darkg/google+

    Die 33 Teilnehmer, die die Stadt umgekrempelt haben.

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