Prozess wegen Kredits an Styrian Spirit

24. Juni 2013, 11:06
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Ex-Hypo-Prokurist war schon bei Prozess im Winter aus gesundheitlichen Gründen nicht erschienen

Klagenfurt - Ein weiterer Untreueprozess zur Hypo Alpe Adria-Bank ist am Landesgericht Klagenfurt gestartet. Es geht um einen unbesicherten Kredit über zwei Millionen Euro, den die Bank der Fluglinie Styrian Spirit 2005 noch kurz vor deren Pleite gewährte. Angeklagt ist Ex-Hypo-Prokurist Albin Ruhdorfer. Eigentlich hätte das Verfahren gegen ihn schon im Winter stattfinden sollen, er war damals jedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht bei Gericht erschienen. Ob er nun verhandlungsfähig ist, darüber sollen zwei medizinische Gutachten Aufschluss erteilen. Der Prozess wurde vertagt.

Seine Verteidiger, Wilfried Ludwig Weh und Stefan Harg, sagten, Ruhdorfer sei immer noch nicht verhandlungsfähig und versuchten, eine Verschiebung des Prozesses um ein Jahr zu erwirken. Der Angeklagte leide unter einer schweren Depression, so die Anwälte. Ruhdorfer selbst, der mittlerweile als Landwirt sein Geld verdient, gab an, er fühle sich durch die Medikamente wie in Watte eingepackt und habe relativ lange Reaktionszeiten. Er zittere und fühle sich jedenfalls nicht verhandlungsfähig.

Die Verteidiger stellten mehrere Anträge, die auf eine Verzögerung des Verfahrens hinaus gelaufen wären. Ein Ablehnungsantrag gegen die Schöffen wegen Befangenheit und Parteilichkeit wurde von Richter Christian Liebhauser-Karl abgewiesen. Auch mit einem Antrag auf Ablehnung des psychiatrischen Sachverständigen blitzten die Verteidiger ab.

Verurteilungen im Februar

Ruhdorfers frühere Mitangeklagte, die Bankmanager Wolfgang Kulterer und Gert Xander, waren wegen des Styrian Spirit-Kredits im Februar zu zweieinhalb bzw. zwei Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Richter Liebhauser-Karl hatte die Entscheidung des Senats damals auf einen Spruch des Obersten Gerichtshofs (OGH) gestützt, wonach ein unbesicherter Kredit an ein insolvenzgefährdetes Unternehmen an sich schon den Tatbestand der Untreue erfülle. In einem ersten Rechtsgang waren die Angeklagten am Landesgericht Klagenfurt übrigens freigesprochen worden, dieses Urteil wurde allerdings vom OGH gekippt.

Der ursprünglich für Mittwoch geplante nächste Prozesstermin findet nun nicht statt, das Verfahren wurde auf unbestimmte Zeit vertagt. (APA, 24.6.2013)

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