Europas Leitbörsen schließen einheitlich im Minus

24. Juni 2013, 18:13
posten

Sorgen um Ende der Fed-Anleihenkäufe und Ängste um Liquidität in Chinas Bankensektors belasten

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 37,65 Einheiten oder 1,48 Prozent auf 2.511,83 Zähler.

Am heutigen Handelstag prägten die anhaltenden Sorgen um ein Ende des Anleihenkaufprogramms der US-Notenbank Fed und Ängste um die Liquidität des chinesischen Bankensystems das Handelsgeschehen.

Nachdem der chinesische Interbankenmarkt in der vorangegangenen Woche nahezu zum Erliegen kam, reagierten die asiatischen Aktienmärkte zu Wochenbeginn mit deutlichen Kursverlusten und sorgten damit auch in Europa für Verunsicherung. Chinas Notenbank hatte zuvor verkündet kein Geld in den Finanzsektor pumpen zu wollen um das Schattenbankensystem unter Kontrolle zu bringen. Daraufhin stiegen die Geldmarktzinssätze kurzfristig auf 25 Prozent.

Konjunkturdaten konnten keine relevanten Impulse setzen. Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Juni leicht an. Der Zuwachs von 105,7 auf 105,9 Punkte war zwar gering, fiel allerdings besser aus als der von Analysten prognostizierte Rückgang. Das Konsumklima in Italien ist um 9,3 auf 95,7 Punkte gestiegen. Damit verbesserte sich der Indikator auf den höchsten Stand seit März 2012. Ökonomen hatten auch hier mit einem Rücksetzer gerechnet.

In einem ausschließlich mit negativen Vorzeichen versehenem europäischen Branchenvergleich konnte der Versicherungssektor mit einem Minus von 0,53 Prozent die Verluste am besten eingrenzen. Die Rohstoffindustrie musste mit minus 3,27 die deutlichsten Tagesverluste hinnehmen.

UniCredit sehr fest

Bei den Einzelwerten gingen UniCredit an der Spitze des Euro-Stoxx-50 mit einem Zuwachs von 2,20 Prozent aus dem Handel. Am unteren Ende der Kursliste des europäischen Leitindex rangierten ArcelorMittal-Aktien mit einem deutlichen Abschlag von minus 3,41 Prozent.

Unternehmensnachrichten lieferte Daimler mit der Ankündigung, dass aufgrund der hohen Nachfrage keine Werksferien im Sommer eingelegt werden. Die Urlaube der Arbeiter sollen durch etwa 4.500 Ferienbeschäftigte ausgeglichen werden. Die Papiere des Automobilherstellers hielten sich Lange an der Spitze des europäischen Leitindex und schlossen an dritter Position mit einem Plus von 0,80 Prozent auf 43,505 Euro.

Der hoch verschuldete spanische Telekom-Konzern Telefonica verkauft seine Irland-Tochter. O2 Ireland geht für 780 Mio. Euro in bar an den Konkurrenten Hutchison Whampoa aus Hongkong. Telefonica-Aktien gaben im Laufe des Handelstages 1,91 Prozent auf 9,613 Euro ab.

Für den Schweizer Rückversicherungskonzern Swiss Re bleiben steigende Ausschüttungen an die Aktionäre das oberste Ziel. Kosten und Schulden sollten reduziert und die Sparte Life & Health solle rentabler werden. Anteilsscheine der Swiss Re verloren 1,26 Prozent und gingen mit 66,70 Schweizer Franken aus dem Handel.

Der Autozulieferer Continental will weltweit 8.000 neue Arbeitsplätze schaffen. Die Belegschaft soll für künftiges Wachstum auf 177.000 Mitarbeiter aufgestockt werden, das Gros der Neueinstellungen entfällt auf Boom-Märkte wie China. Continental-Titel schlossen in Frankfurt 1,74 Prozent schwächer auf 94,53 Euro.

Bei dem jüngst beschlossenen Abbau von rund 5.200 Stellen will die Commerzbank ältere Mitarbeiter halten. Damit soll der Verbleib von Erfahrungswissen im Unternehmen sichergestellt werden. Die Aktien des Bankinstituts ermäßigten sich um 1,91 Prozent auf 7,132 Euro.

Die geplante Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone steht kurz vor einem Abschluss. Damit könnten 8,5 Millionen Kunden von den Münchnern zukünftig Vodafone-Kunden werden. Anteilsscheine von Kabel Deutschland legten 1,27 Prozent zu und schlossen auf 85,59 Euro. (APA, 24.6.2013)

Share if you care.