Radikale Sunniten töten drei Soldaten im Libanon

23. Juni 2013, 20:41
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Anhänger des Hisbollah-Gegners al-Assir griffen Truppen bei Sidon an

Istanbul/Ankara/Damaskus - Bei Kämpfen zwischen der libanesischen Armee und Anhängern eines radikalen sunnitischen Imams sind am Sonntag drei Soldaten getötet worden. Anhänger von Scheich Ahmed al-Assir (al-Asir) hätten "grundlos" eine Straßensperre der Armee in der Stadt Abra in der Nähe von Sidon im Süd-Libanon angegriffen, teilte das Militär mit. Scheich Al-Assir ist für seine harte Kritik an der schiitischen Islamistenmiliz Hisbollah bekannt.

Zwei Offiziere und ein Soldat seien getötet worden, erklärte die Armee. Mehrere weitere Soldaten seien verletzt worden, zudem seien Militärfahrzeuge beschädigt worden. Zuvor hatte ein Vertreter der Sicherheitskräfte gesagt, die Kämpfe hätten begonnen, nachdem Soldaten an einer Straßensperre ein Auto mit Anhängern des Imams angehalten hatten. Die anschließenden Gefechte ereigneten sich demnach unweit einer Moschee, in der al-Assir predigt.

Raketen eingesetzt

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen erwiderten die Truppen das Feuer erst, nachdem die Bewaffneten auf Wohnhäuser geschossen hatten. Neben Maschinengewehren seien dabei auch Raketen eingesetzt worden. Verängstigte Anrainer flüchteten vom Schauplatz der Gefechte, während die Streitkräfte Verstärkung schickten. Die Gefechte waren auch im zwei Kilometer entfernten Sidon zu hören, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

In einem über Mobiltelefone verbreiteten Video rief der Imam am Nachmittag seine Anhänger im ganzen Land auf, "zu kommen" und "unsere Religion und unsere Frauen zu verteidigen". Zudem forderte er "alle ehrbaren Soldaten, Sunniten oder Nicht-Sunniten, auf, die Armee sofort zu verlassen".

Angefacht durch den Bürgerkrieg im benachbarten Syrien haben die konfessionellen Spannungen im Libanon in den vergangenen Wochen zugenommen. Die libanesische Hisbollah-Miliz unterstützt den syrischen Machthaber Bashar al-Assad im Kampf gegen die mehrheitlich sunnitischen Rebellen. Obgleich Beirut offiziell eine neutrale Haltung zum Syrien-Konflikt einnimmt, spaltet sich das Land in Anhänger und Gegner der international weitgehend isolierten Regierung in Damaskus. (APA, 23.6.2013)

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