Urteil in Berlusconis Ruby-Prozess erwartet

23. Juni 2013, 19:32
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Ex-Premier drohen im Falle einer Verurteilung bis zu sechs Jahre Haft

Silvia Trevaini arbeitet als Journalistin bei Silvio Berlusconis Mediaset, wo sie im Nachrichtensender TGcom24 für Fitness zuständig ist. Die 30-Jährige erhält ein Monatsgehalt von 2500 Euro. Zusätzlich überweist ihr der italienische Ex-Premier 2500 Euro im Monat – als "Wiedergutmachung für erlittenen Imageverlust". Vor Gericht, wo sie im Ruby-Prozess als eine von Berlusconis weiblichen Partygästen aussagen soll, antwortet sie nur widerwillig. Schließlich räumt sie ein, von Berlusconi in zwei Jahren 810.000 Euro und einen Audi A3 erhalten zu haben.

Trevaini ist eine von 42 Frauen, denen der Cavaliere monatlich min­destens 2500 Euro überweist. "Der Prozess und die Medienberichte haben ihre Karrieren beeinträchtigt. Viele finden keine Partner mehr", so Berlusconi. Staatsanwältin Ilda Bocassini vermutet Zeugenbestechung. Sechs Jahre Haft und Ausschluss von allen öffentlichen Ämtern forderte sie für den Ex-Premier, der beschuldigt wird, für Sex mit der damals minderjährigen Marokkanerin Ruby bezahlt zu haben.

Drei Jahre nach der Festnahme Rubys, deren Freilassung Berlusconi als Premier mit dem Hinweis erwirkte, sie sei eine Enkelin des damaligen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak, geht heute, Montag, der erste Akt der Seifenoper zu Ende. Rechtskräftig wird das Urteil allerdings erst nach der dritten Instanz. Bis dahin könnten zwei Jahre vergehen. (Gerhard Mumelter aus Rom /DER STANDARD, 24.6.2013)

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