Briten und Chinesen tauschen Devisen

23. Juni 2013, 19:31
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Die englische Notenbank kann nun Yuan im Tausch gegen andere Währungen in den Londoner Finanzmarkt pumpen

London/Peking - Großbritannien und China haben eine Vereinbarung zum Währungstausch unterzeichnet, der den Handel stärken und Finanzstabilität sichern soll. Für China, das seinen Yuan gern zu einer globalen Leitwährung ausbauen würde, ist es die erste solche Vereinbarung mit einem G-7-Industrieland.

25 Milliarden Euro Volumen

Die Bank von England teilte am Wochenende mit, beide Seiten hätten sich auf eine sogenannte "currency swap line" mit drei Jahren Laufzeit und einem maximalen Volumen von 200 Milliarden Yuan (rund 25 Milliarden Euro) geeinigt. Der Gouverneur der Bank von England, Mervyn King, und sein chinesischer Amtskollege Zhou Xiaochuan hätten die Vereinbarung unterzeichnet.

Die englische Notenbank könne nun Yuan im Tausch gegen andere Währungen in den Londoner Finanzmarkt pumpen, falls es dort zu Engpässen mit der chinesischen Währung kommen sollte. Großbritannien kann damit in der G-7 seine Rolle als Zentrum für den ausländischen Handel in Yuan gegen andere Handelsplätze wie etwa Frankfurt, Paris oder New York stärken. London ist der weltweit wichtigste Platz des auf insgesamt 4000 Milliarden Dollar geschätzten Devisenhandels.

Auch Paris interessiert

China, zweitwichtigste Volkswirtschaft der Welt nach den USA, hat Währungstauschabkommen mit einer Reihe von Ländern vereinbart, darunter Australien, Südkorea und Malaysia.

Das Abkommen zwischen Großbritannien und China ist eines der letzten Vermächtnisse von King, der Ende dieses Monats den Chefsessel der britischen Notenbank räumt. Es ist zugleich der Höhepunkt in einer Flut diplomatischer Bemühungen auch anderer Finanzzentren in Europa wie Paris und Zürich, die ebenfalls Interesse am Handel mit Yuan zeigten. Der Chef der französischen Notenbank, Christian Noyer, hat in einem Interview im Mai angekündigt, Einigung unter den Notenbanken der Eurozone anzustreben, was den Handel mit Yuan betrifft. (Reuters, Bloomberg, DER STANDARD, 24.6.2013)

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