China macht Spekulanten für Panik verantwortlich

23. Juni 2013, 19:26
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Zinsen am Interbankenmarkt schossen auf bis zu 25 Prozent in die Höhe. Die Notenbank reagiert gelassen- und setzt ein Zeichen

Peking - Die Panik an Chinas Geldmarkt in der vergangenen Woche geht Staatsmedien zufolge auf das Konto von Spekulanten und Schattenbanken. Die Versorgung mit Liquidität sei dagegen ausreichend, hieß es in einem Kommentar der als Sprachrohr der Regierung geltenden Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Die Darstellung bestätigt die Vermutung von Finanzexperten, dass die jüngste Zurückhaltung der Notenbank beim Verleihen von Geld darauf abzielt, die rasante Kreditvergabe außerhalb des regulierten Bankensystems unter Kontrolle zu bringen.

Abgesagte Geldflut

Die Weigerung der Zentralbank, den Markt weiter mit Geld zu fluten, hatte am Freitag in der Volksrepublik die Zinsen am Geldmarkt auf Rekordwerte getrieben und Furcht vor einer Finanzkrise geschürt. Die Zinsen für kurzfristige Darlehen zwischen den Banken schossen zeitweise auf satte 25 Prozent in die Höhe. Die Notenbank teilte den Banken nach Angaben von Insidern mit, dass sie sich nicht auf eine üppige Liquiditätsversorgung verlassen und ihr Liquiditätsmanagement verbessern sollen. In China bieten zehntausende Kreditanbieter Wirtschaft und öffentlicher Hand Darlehen an - ein Kreditsystem außerhalb des regulierten Bankensektors.

Qualität statt Quantität

"Das Bargeld bei den Banken ist genauso knapp wie am Aktienmarkt sowie bei kleineren und mittleren Unternehmen - aber es gibt eine üppige Geldversorgung im Markt", heißt es in dem Kommentar. "Viele große Unternehmen geben noch immer viel Geld aus und investieren in großem Stil in Anlageprodukte. Außerdem gibt es eine Menge heißes Geld auf der Suche nach spekulativen Investitionen, und private Kreditvergabe ist weit verbreitet", kritisierte Xinhua. Die Weigerung der Notenbank, Bargeld in das Finanzsystem zu pumpen, signalisiere einen Kurswechsel: Nun komme es bei der Bereitstellung von Liquidität nicht mehr auf Quantität an, sondern auf Qualität. (APA, 23.6.2013)

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    Nun kommt es bei der Bereitstellung von Liquidität nicht mehr auf Quantität an, sondern auf Qualität.

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