Junge Gewinner im Kasino

23. Juni 2013, 18:02
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Partystimmung bei der Verleihung der Theater-Oscars

Wien - Während am Samstag im Burgtheater der Reifegrad von Klaus Maria Brandauer gewürdigt wurde, feierte die Jugend im Kasino am Schwarzenbergplatz das Finale des heurigen Schülertheatertreffens. Sieben junge Theatergruppen aus Kärnten, der Steiermark und Wien konnten über vier Tage ihre Stücke präsentieren und sich im Zuge eines abwechslungsreichen Rahmenprogramms untereinander austauschen sowie einen Blick hinter die Kulissen des Hauses am Ring werfen. Dass die Gäste an dem Programm viel Spaß hatten, war bei der Abschlussfeier offensichtlich, ungeklärt lediglich die Frage, wer den Publikums- und den Jurypreis, beide jeweils mit 1250 Euro dotiert, mit nach Hause nehmen würde.

Bis auf die traditionellen leutseligen Grußworte des Burgherrn Matthias Hartmann blieb die Preisverleihung fest in den Händen ehemaliger und gegenwärtiger Teilnehmer des Theaterjahres, dem Burgtheater- Langzeitpraktikum: Julian Mau moderierte mit güldenem Antlitz und bundesdeutschem Charme, die Stücke wurden in Form kleiner Persiflagen noch einmal vorgestellt, Sophie-Christine Behnke sang erstaunlich ironiefrei Partykracher. Die Gelegenheit nutzten die feierfreudigen Mitglieder der Wiener Ich bin O.K. Dance Company, Jugendliche mit Trisomie 21, für eine umjubelte Tanzeinlage, ein Höhepunkt der Veranstaltung.

Die Preise, symbolisch in Form des Theater-Oscars, einer goldenen Statue mit Schultasche am Rücken, überreicht, gingen jedoch schließlich beide nach Graz. Der Theater-Spielclub des Schauspielhauses Graz konnte mit Inèz Derksens King A, einer Bestandsaufnahme jugendlicher Lebensrealitäten mit Motiven aus der Artus-Sage, die meisten Publikumsstimmen für sich gewinnen.

Die sechsköpfige Fachjury wiederum prämierte das Theater am Ortweinplatz für seine Inszenierung von Lutz Hübners rasantem Schuldrama Frau Müller muss weg als "eine humorvolle und inspirierte Auseinandersetzung mit einer Kiste voll Problemen". Da waren selbst die jungen Bühnenprofis ganz kurz vor Freude sprachlos. (Dorian Waller, DER STANDARD, 24.6.2013)

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