Karstadt pocht auf Einfrieren der Löhne

21. Juni 2013, 19:25
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Gewerkschaft fordert Rückkehr zum Kollektivvertrag

Düsseldorf - Der deutsche Warenhauskonzern Karstadt will im Streit mit der Gewerkschaft Verdi nicht auf einen befristeten Ausstieg aus dem Kollektivvertrag verzichten. "Eine andere Alternative zur langfristigen Gesundung des Unternehmens gibt es nicht, da wir keinen weiteren Stellenabbau wollen", betonte Karstadt-Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz. "Wir sind weiter zu Gesprächen bereit", sagte eine Verdi-Sprecherin. Die Gewerkschaft beharrt dabei auf ihren Positionen: "Die Tarifbindung ist die Forderung, über die wir verhandeln wollen", unterstrich sie. Der Karstadt-Gesamtbetriebsrat will dem Konflikt dagegen ein Ende setzen. Es gebe in der Belegschaft "verschiedene Orientierungen", hieß es im Arbeitnehmerlager.

Konzernbetriebsratschef Hellmut Patzelt forderte die Gewerkschaft Verdi und das Management auf, schnellstmöglich zu Gesprächen zusammenzukommen. Er zeigte sich optimistisch, dass dieser Schritt bald gegangen werde. "Ich denke, dass ein ernsthafter Wille da ist", sagte Patzelt der Nachrichtenagentur Reuters. Wichtig sei, die Unsicherheit aus dem Unternehmen zu nehmen.

Karstadt hatte Mitte Mai den auf zwei Jahre befristeten Ausstieg aus der Tarifbindung verkündet. Der Konzern will so in der laufenden Tarifrunde für die Branche vereinbarte Lohnerhöhungen nicht mittragen müssen. Konzernkreisen zufolge will Karstadt so rund 36 Mio. Euro zusätzliche Kosten einsparen, die bei einer Erhöhung fällig werden könnten. Verdi pocht nun auf eine Rückkehr zum Kollektivvertrag und organisiert Proteste in Karstadt-Warenhäusern. In der Belegschaft gebe es nun Kräfte, die aus Sorge um ihre Stellen eine Arbeitsplatzgarantie Lohnerhöhungen vorziehen würden, hieß es im Arbeitnehmerlager. Andere seien "kämpferisch".

Weitz hatte der Belegschaft ein Garantiepapier angeboten, das unter anderem die aktuellen Gehälter und den Manteltarifvertrag festschreibt. Das Management sei notfalls bereit, auch nur mit dem Konzernbetriebsrat darüber zu reden, hieß es in Unternehmenskreisen. Es sei aber noch offen, ob es zu einer solchen Übereinkunft kommen könne und werde. Auch Verdi solle nach Möglichkeit eingebunden werden. (APA/Reuters, 21.6.2013)

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