Fünf Bühnen werden Brüder

21. Juni 2013, 19:25
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TheaterAllianz präsentiert sich erstmals in Form eines einwöchigen Festivals

Gemeinsam sind wir stark: Auch im Kulturbetrieb versickert diese Einsicht allzu oft gegenüber Klüngelei und Konkurrenzdenken. Umso erfreulicher, wenn sich Akteure auf "Fraternité" besinnen und diese in zeitgemäßer Form praktizieren: TheaterAllianz nennt sich die Kooperation fünf freier Theaterstätten von Wien bis Bregenz, die auf Synergie und Austausch im Feld des Zeitgenössischen setzen. Gemeinsam ist den fünf Häusern, dass sie sich absetzen von den institutionalisierten Bühnen. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie sich selbstbewusst behaupten - und dass sie Off-Space-Projekten und freien Gruppierungen so etwas wie große Schwestern sind. Nun präsentiert sich der Zusammenschluss erstmals in Form eines einwöchigen Festivals.

Eingerahmt werden die Stücke von zwei besonderen Produktionen mit Musik, die jeweils mit nur einem Spieltermin am Montag zu sehen sind: Nicht verpassen! Am 24. Juni eröffnet Uksus - opera quasi neo-buffa, entstanden als Auftragswerk des Klagenfurter Ensemble. Die experimentelle Kammeroper des US-amerikanischen Komponisten Erling Wold bezieht sich auf Daniil Charms und auf den ersten und einzigen Auftritt seiner Avantgarde-Truppe Oberiu. Im sechsköpfigen "Orchester" werken g' standene Player der freien Musikszene wie Richard Klammer, Emil Kristof, Primus Sitter oder Stefan Gfrerrer. Frisch von der Uraufführung im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaterfestivals Schäxpir kommt Die Fortpflanzung der Amöben von Suse Grünau, eine Produktion des Theater Phönix Linz: Dieses Schauspiel mit Sound von Gilbert Handler ist am Montag, dem 1. Juli, zu sehen: Für Menschen ab 15 Jahren - keine Altersgrenze nach oben!

Kommenden Dienstag und Mittwoch zeigt das Schauspielhaus Wien Körpergewicht. 17% von Ewald Palmetshofer in der Inszenierung von Felicitas Brucker. Katja Jung gestaltet die beiden ineinanderwuchernden Monologe. Es geht um Arbeit, Donnerstag und Freitag um Flucht: Zeit im Dunkeln, ein Zwei-Personen-Stück von Henning Mankell, ist der Beitrag des Schauspielhaus Salzburg. Wer schließlich Stephan Kasimirs Gestaltung von Laura Naumanns fetzigem Demut vor deinen Taten Baby noch nicht gesehen hat, hat dazu am Samstag, dem 29. Juni, Gelegenheit: Der Beitrag des ersten Gastgebers, des Theater Kosmos. (pen, DER STANDARD, 22./23.6.2013)

24.6. - 1.7., Theater Kosmos, Bregenz, jeweils 20.00

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