Ökostrom-Produzenten wollen 100 Prozent

21. Juni 2013, 18:30
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Forderung nach "stabilen Rahmenbedingungen" und einer CO2-Steuer

Wien - Erfolge werden ausgiebig gefeiert - von der Eröffnung neuer Solarkraftwerke bis zur Verkündung der windigen Stromautarkie im Burgenland. Die österreichweite Gesamtbilanz sieht allerdings anders aus: "Der Ökostromanteil in Österreich ist von 70 Prozent in den 90er- Jahren auf 64 Prozent im Jahr 2011 gesunken", betont Josef Plank, Präsident von Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ).

Gemeinsam mit allen Erneuerbaren-Verbänden - Photovoltaic Austria, Biomasse-Verband, Kleinwasserkraft Österreich und IG Windkraft - wurde am Freitag dennoch ein gemeinsames Ziel ausgerufen: 100 Prozent erneuerbare Stromproduktion sei bis 2020 in Österreich möglich. Bei "stabilen Rahmenbedingungen".

Wirkung erst entfalten

Das 2012 beschlossene Ökostromgesetz sei ein erster richtiger Schritt - seine volle Wirkung werde es aber erst in den nächsten Jahren entfalten, wenn die eingeleiteten Projekte umgesetzt werden.

Wichtig sei es aber, Stolpersteine zu beseitigen. Dazu zählen die Erneuerbaren-Verbände etwa stark erhöhte Netzgebühren. Oder die Kosten des Ausgleichsenergiemarktes die durch die Umstellung auf ein "angeblich marktkonformeres System" um 100 Millionen Euro hinaufgeschnellt seien.

Die Erneuerbaren-Sprecher fordern unter anderem die Einführung einer CO2-Steuer, da die am Donnerstag im EU-Umweltausschuss beschlossene Teilreparatur des Emissionshandels nicht ausreichen werde. Weiters sollten Förderungen für fossile Energien - die es auch in Österreich noch in Millionenhöhe gebe - gestrichen werden.

Ein weiteres sei klar: Ohne Energiesparen könnten 100 Prozent Erneuerbare nicht erreicht werden. Daher müsse man sich auch "vom Mythos der billigen Energie" verabschieden, wie Erwin Mayer von der Kleinwasserkraft Österreich betont. Denn billigen Strom gebe es nur, "weil die Fossil- und Atombranche viele Kosten nicht tragen muss". (frei, DER STANDARD, 22.6.2013)

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