Hubschrauber-Bergung: Bergsteiger sollen Notruf vorgetäuscht haben

21. Juni 2013, 18:47
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Es wurde Anzeige erstattet, die angebliche Notlage wird von den Behörden noch einmal geprüft

Salzburg - Mit 1752 Metern ist der kleine Göll zwar nicht die höchste Erhebung im Salzburger Tennengau. Doch der steile Aufstieg, etwa von Golling aus, ist nichts für konditionsschwache Bergsteiger. Zwei Niederländer, die vergangenen Montag den Gipfel erklommen haben, stehen laut ORF Salzburg im Verdacht, es sich beim Abstieg zu leicht gemacht zu haben. Sie alarmierten nämlich den Hubschrauber der Alpinpolizei.

Möglicherweise Missbrauch eines Notsignals

Die beiden sollen angegeben haben, dass ihnen der Abstieg bei feuchtem Wetter auf rutschigem Terrain zu gefährlich geworden sei. Doch ihr Eintrag im Gipfelbuch könnte auch als Bequemlichkeit und daher Missbrauch eines Notsignals ausgelegt werden: "H. und M. aus Holland waren am Gipfel. Zurück 'gehen, wir mit dem Helikopter", ist im Gipfelbuch nachzulesen.

Anzeige erstattet

Das Innenministerium bestätigte, dass eine Anzeige bei der Bezirkshauptmannschaft Hallein erstattet worden sei. Die angebliche Notlage der Bergsteiger soll noch einmal geprüft werden. Haben sie nachweislich geflunkert, wird das Innenministerium die rund 2500 Euro, die der Einsatz gekostet hat, zurückfordern.

Grundsätzlich ist die Alpinpolizei in Notfällen dann zuständig, wenn es darum geht, unverletzte Personen aus einer Notlage zu befreien. Auch tödlich verunglückte Bergsteiger werden, wenn nicht anders möglich, per Hubschrauber der Alpin- und Flugpolizei geborgen. In der Regel wird dafür nichts berechnet. Verletzte Personen werden hingegen von privaten Rettungshubschraubern geborgen, abgerechnet wird stets mit den Versicherungen - sofern Betroffene eine haben. (simo, DER STANDARD, 22./23.6.2013)

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