Causa Dönmez: Rätseln um gefälschten "Krone"-Leserbrief

21. Juni 2013, 14:01
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Freitags-"Krone" druckte Dönmez-Schreiben, in dem sich dieser als Erdogan-Fan outete - Grüne: "Fälschung" - "Kronen Zeitung" hatte "keinen Zweifel an der Echtheit"

Wien/Ankara - Die Causa Efgani Dönmez ist um eine kuriose Facette reicher. Die "Kronen Zeitung" druckte am Freitag einen Leserbrief des oberösterreichischen Grünen-Bundesrats zu seinem umstrittenen Erdogan-Sager ab. Darin schreibt Dönmez überraschend positiv über den türkischen Premier Recep Tayyip Erdogan. Der Brief sei eine Fälschung, beeilten sich die Grünen per Aussendung mitzuteilen. Die "Kronen Zeitung" hielt fest, dass das Mail "keinen Zweifel an der Echtheit" gelassen habe und räumt Dönmez in ihrer Samstag-Ausgabe Platz für eine Erklärung ein.

Er "wurde missverstanden", heißt es in dem angeblichen Dönmez-Leserbrief am Freitag, der mit "politische Entschuldigung" übertitelt wurde. "Ich war nie gegen Erdogan ... Der Ministerpräsident ist ein vom Volk gewählter Ministerpräsident. Er wurde sogar mehrmals wiedergewählt. Ich befürworte seine Reformen."

"Kronen Zeitung" hatte "keinen Zweifel an der Echtheit"

Das verwundert dann doch, wenn man berücksichtigt, dass Dönmez noch wenige Tage zuvor dafür plädiert hatte, Erdogan-Anhänger aus Österreich zurück in die Türkei zu schicken - wofür er sich in der Folge entschuldigte. Die oberösterreichischen Grünen hielten umgehend fest: "Dieser Leserbrief wurde weder von Efgani Dönmez verfasst noch an die 'Kronen Zeitung' geschickt. Es handelt sich um eine Fälschung." Dönmez prüfe nun rechtliche Schritte gegen Unbekannt.

Die "Kronen Zeitung" übermittelte der APA ein Faksimile der für Samstag geplanten Ausgabe. Darin wird die Erklärung Dönmez' vom Mittwoch, mit der er seine Aussagen zurückgenommen hatte ("eine unglückliche, überspitzt getätigte Formulierung und eine Grenzverletzung") im Wortlaut abgedruckt. Zudem weist die Zeitung auch darauf hin, dass der Leserbrief "unter der richtigen E-Mail-Adresse mit voller Signatur" versandt worden war und "keinen Zweifel an der Echtheit" gelassen habe. (APA, 21.6.2013)

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