Eltern fordern mehr Durchgriffsrechte gegen "schlechte Lehrer"

21. Juni 2013, 13:48
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"Schlechte, inkompetente" Lehrer, Schulleiter, Schulinspektoren und Landesschulräte müssten entlassen und nicht versetzt werden

Salzburg/Wien - "'Schlechte, inkompetente' Lehrer, Schulleiter, Landesschulinspektoren und Landesschulräte müssen endlich entlassen und nicht versetzt werden - Politik hat hier nichts verloren" - das forderte am Freitag der Bundeselternverband für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) in einer Aussendung. Dienstaufsichtsbeschwerden müssten schärfere Konsequenzen haben und dürften nicht mehr Basis privatrechtlicher Klagen von Lehrern sein. Außerdem sollen Schulleiter künftig zumindest eine Managementausbildung vorweisen müssen und die Leistungsbeurteilungsverordnung überarbeitet werden, sodass Lehrer nicht "nach eigenem Gutdünken die Noten vergeben" können.

Hintergrund der Forderungen ist ein aktueller Fall in Salzburg: Dort hatten sich die Eltern eines Schülers beim Unterrichtsministerium beschwert, weil ihr Sohn aus ihrer Sicht ungerechtfertigterweise bei einer Wiederholungsprüfung durchgefallen war. Nachdem die Eltern mit ihrer Berufung abgeblitzt waren, wurden sie von zwei Lehrern wegen Kreditschädigung geklagt.

Eltern, die sich mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln wehrten, würden als Querulanten hingestellt. Nun versuche man auch noch, sie "durch Klagen mundtot zu machen", wird der betroffene Vater in den Presseunterlagen zitiert.

"Nichts wird unternommen"

Der Bundeselternverbands-Vorsitzende Theodor Saverschel schließt sich dieser Kritik an: Dienstaufsichtsbeschwerden, aktuelles Instrument zum Aufzeigen von Missständen, seien "formlos, fristlos und fruchtlos, denn die Behörden können handeln, müssen aber nicht." Weder vom Unterrichtsministerium noch von den Landesschulräten werde etwas gegen "schlechte" Lehrer unternommen. Für Saverschel stellt sich daher die Frage, wie vor einem solchen Hintergrund Reformen überhaupt funktionieren sollen. (APA, 21.6.2013)

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