ÖVP-Bundesliste: Michaela Steinacker auf Platz zwei

21. Juni 2013, 13:50
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Raiffeisen-Managerin als Quereinsteigerin, Sebastian Kurz an dritter Stelle

Die ÖVP wartet auf den vorderen Plätzen ihrer Bundesliste für die Nationalratswahl mit einigen neuen Gesichtern auf. Auf Platz zwei hinter Parteichef Michael Spindelegger kandidiert die scheidende Raiffeisen-Managerin Michaela Steinacker, auf Platz vier die Unternehmerin Angelika Winzig und auf Platz fünf der Salzburger JVP-Chef Asdin El Habbassi. Er wäre der erste Moslem, der für die ÖVP ins Parlament einzieht.

Parteichef Spindelegger zeigte sich im Kreis seiner Mitkandidaten stolz auf die Liste, die der Parteivorstand zuvor einstimmig abgesegnet hatte. Man habe für eine ausgewogene Mischung aus Jungen und Alten, neuen und erfahrenen Abgeordneten sowie Arbeitnehmern und Unternehmern gesorgt. Besonders hob Spindelegger die Wirtschaftskompetenz der Kandidaten hervor: "Wir setzen nicht nur auf Wirtschaft, wir wissen auch, wie das geht."

Spindelegger: "El-Habbassi Beispiel für Integration durch Leistung"

Angeführt wird die Liste von Spindelegger, danach folgen Steinacker (sie scheidet mit Ende Juni aus dem Vorstand der Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien aus) und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz sowie die bisherige Bundesrätin Winzig und El Habbassi. Dieser ist für Spindelegger "ein Beispiel für Integration durch Leistung".

Auf Platz sechs kandidiert Andreas Zakostelsky, oberster Vertreter der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer und als Chef der Valida-Pensionskasse ebenfalls dem Reich des ÖVP-nahen Raiffeisen-Konzerns entstammend.

Danach folgen weitgehend bekannte Gesichter: Auf Platz sieben ÖVP-Frauensprecherin Dorothea Schittenhelm vor Wahlkampfmanager Hannes Rauch, Seniorensprecherin Gertrude Aubauer, Bauernbundchef Jakob Auer und Verfassungssprecher Wolfgang Gerstl.

Neun Frauen unter den ersten 20

Dahinter beginnen bereits die Kampfmandate: Auf Listenplatz zwölf wird Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg gereiht, vor Peter McDonald, stellvertretender Obmann der gewerblichen Sozialversicherung, und dem Chef der Christgewerkschafter, Norbert Schnedl. Seniorenbund-Vizegeneralsekretärin Susanne Walpitscheker kandidiert bereits an voraussichtlich unwählbarer Stelle.

Spindelegger betonte, dass unter den ersten 20 Kandidatinnen und Kandidaten auf der ÖVP-Bundesliste neun Frauen antreten werden. Dies war freilich auch bei der letzten Wahl 2008 der Fall, dennoch verfehlte die ÖVP ihre intern vorgegebene Frauenquote von einem Drittel klar. Derzeit ist nur ein Viertel der 51 ÖVP-Abgeordneten Frauen (13). Nicht festlegen wollte sich Spindelegger auf die Frage, ob die Frauenquote nach der Wahl eingehalten wird: Das wäre "Spekulation", weil dafür auch die Ergebnisse auf den Regional- und Landeslisten ausschlaggebend seien.

Tatsächlich sind von den derzeit 51 VP-Abgeordneten nur acht über die Bundesliste in den Nationalrat eingezogen. Die restlichen Mandate wurden über Regional- und Landeswahlkreise vergeben. Weil Spindelegger und Kurz im Fall einer weiteren Regierungsbeteiligung nicht in den Nationalrat einziehen würden und weil Schittenhelm und Auer über Landes- beziehungsweise Regionallisten abgesichert sind, könnten diesmal nach internen Einschätzung der ÖVP die wählbaren Plätze auf der Bundesliste bis Rang 13 oder 14 reichen. Die dahinter gereihten Kandidaten müssen darauf hoffen, dass sich ein davor Gereihter aus der Politik zurückzieht, womit sie als "Nachrücker" ins Parlament kommen würden. (APA, 21.6.2013)

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    Spindelegger ist stolz Kandidaten aus allen Bevölkerungsschichten auf seiner Liste zu haben.

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