Kredit an Alpine beschäftigt Staatsanwalt

21. Juni 2013, 14:29
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Vergabe erfolgte laut Kärntner Hypo gemäß allen Vorschriften und wirtschaftlichen Erwägungen

Wien/Klagenfurt/Wals - Weil die notverstaatlichte Kärntner Hypo der inzwischen in die Insolvenz geschlitterten Alpine im August und Oktober des Vorjahres einen Überbrückungskredit über 25 Millionen Euro verlängert hat, prüft die Staatsanwaltschaft Klagenfurt nun eine kürzlich eingegangene Anzeige dazu. DER STANDARD berichtete darüber schon vor einigen Tagen. Ein Banksprecher betont heute: Die Vergabe des Kredits "erfolgte gemäß allen Vorschriften und wirtschaftlichen Erwägungen".

Schädigungsvorsatz

In der anonymen Anzeige wird den Bank-Entscheidungsträgern "wissentlich befugnismissbräuchliches Verhalten und ein entsprechender Schädigungsvorsatz" angekreidet, schreibt am Freitag das Wirtschaftblatt. Zum Zeitpunkt der Kreditgewährung bzw. -verlängerung habe die Alpine "bereits mit massiven Zahlungsausfällen zu kämpfen" gehabt, daher sei die Kreditgewährung "als unvertretbar zu bewerten".

Insgesamt ist die Staatsbank Hypo derzeit "in zweistelliger Millionenhöhe" bei der Alpine engagiert, bestätigt der Banksprecher. Im Herbst 2012 waren es 59 Millionen Euro.

Masseverwalter verhandelt mit Porr und Co.

Derweil laufen die Verhandlungen um eine Lösung für die insolvente Alpine Bau in Österreich auf Hochtouren. Aus der Porr, die sich wie berichtet für Teile der Alpine Bau in Österreich interessiert, hieß es Freitag, "es gibt derzeit Verhandlungen zwischen dem Masseverwalter und der heimischen Bauindustrie" - also nicht nur mit der Porr. Es gehe um eine Lösung, die für alle tragbar sei.

Man sitze an einem Tisch und verhandle intensiv mit dem Ziel einer Lösung für die Alpine Bau. Masseverwalter Stephan Riel war vorerst nicht erreichbar.

1.000 Zulieferer-Jobs akut gefährdet

Im Zuge der Pleite ist mit vielen Kündigungen zu rechnen. Doch nicht nur die 6.500 Alpine-Mitarbeiter sind davon bedroht, sondern auch viele Beschäftigte in Zuliefererbetrieben. Kreditschützer Alexander Klikovits vom KSV1870 meint, dass "unmittelbar, ernsthaft 80 Firmen Probleme bekommen könnten". Es könnte als knapp 1.000 Jobs außerhalb der Alpine wegen derer Insolvenz gefährdet sein. (APA, 21.6.2013)

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    Wächst so manchem Hypo-Verantwortlichen nun eine lange Nase?

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