Betriebskosten in Wien blieben stabil

21. Juni 2013, 10:22
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Laut dem alljährlichen Preisspiegel der Mietervereinigung kam es von 2010 auf 2011 zu keinen nennenswerten Steigerungen

Die allgemeine Preissteigerung (Inflation) legte von 2010 auf 2011 zwar um 3,3 Prozent zu, auf die Betriebskosten in privaten Wiener Wohngebäuden hat sich das laut dem neuesten Preisspiegel der Mietervereinigung Österreichs (MVÖ) aber kaum ausgewirkt: Demnach blieb 2011 der wienweite Durchschnittsbetrag der Betriebskosten (netto, ohne Gemeinschaftsanlagen, ohne Lift) im Vergleich zum Jahr 2010 gleich bei 1,67 Euro pro Quadratmeter und Monat bzw. 20,04 Euro je Quadratmeter und Jahr. Bei einer 70 m² großen Wohnung ergibt dies eine Kostenbelastung von 116,89 Euro im Monat bzw. 1.402,63 Euro netto im Jahr.

Zum Vergleich: 2009 waren die Betriebskosten von 1,62 auf 1,64 Euro/m²/Monat gestiegen. Von 2009 auf 2010 hatte es einen weiteren Anstieg auf 1,67 Euro gegeben

Reinigung und Verwaltung wurde teurer

Dass der aktuelle Betriebskostenspiegel den Anstieg von 2010 auf 2011 zeigt, hat folgenden Grund: Die Abrechnungen für ein Kalenderjahr müssen Vermieter stets bis zum 30. Juni des Folgejahres ihren Mietern aushändigen. Die Jahresabrechnungen für 2011 waren damit bis Ende Juni 2012 fällig. Zahlreiche Mitglieder der Mietervereinigung haben diese in der Folge der MVÖ zur Überprüfung vorgelegt. Der nun aus diesem Zahlenmaterial hochgerechnete Betriebskostenspiegel bezieht sich auf die Betriebskosten in privaten Miethäusern, der Berechnung liegen die Werte von mehr als 1,14 Millionen Quadratmeter Nutzfläche zugrunde.

Im Detail sind die Positionen "Hausreinigung" und "Verwaltungskosten" gestiegen, und zwar von 4,70 auf 4,87 Euro/m²/Jahr bzw. von 3,08 auf 3,15 Euro/m²/Jahr. Diese Steigerungen wurden durch das leichte Sinken der Kosten bei den Positionen "Strom", "Schädlingsbekämpfung", "zulässige Entrümpelungen" und "Streusalz" ausgeglichen.

Gebühren-Erhöhungen wirkten sich noch nicht aus

Die Kosten für Wasser, Müll und Versicherungen blieben nahezu gleich, erklärt MVÖ-Präsident Georg Niedermühlbichler, der aber für den Betriebskostenspiegel im kommenden Jahr jedenfalls wieder einen Preisanstieg prophezeit: Schließlich werden dann die per 1. Jänner 2012 kräftig angehobenen Gebühren für Wasser und Müllentsorgung ihren Niederschlag im Betriebskostenspiegel finden.

2011 blieben diese Kosten noch gleich. Für die Wasserversorgung wurden von der MVÖ Kosten von 0,27 Euro je Quadratmeter und Monat bzw. 3,21 Euro/m²/Jahr errechnet. Die Müllentsorgung kam im Schnitt auf 0,19 bzw. 2,27 Euro.

"Versicherungsprämien raus aus dem BK-Katalog"

Die beiden größten "Brocken" in den Betriebskosten sind weiterhin die Reinigungskosten (0,41 bzw. 4,87 Euro) sowie die Versicherungsprämien, die im Schnitt auf 0,40 Euro bzw. 4,79 Euro kamen. Bei Letzteren verlangt Niedermühlbichler seit Jahren, dass sie aus dem Betriebskostenkatalog verschwinden sollten, da sie nach Ansicht der Mietervereinigung hauptsächlich dem Hauseigentümer zugute kommen.

Die Betriebskosten für Liftanlagen liegen im Schnitt bei 0,19 Euro/m²/Monat bzw. 2,25 Euro/m²/Jahr. Bei einer 70-m²-Wohnung ergibt dies reine Liftkosten von rund 13 Euro im Monat bzw. 155,40 Euro im Jahr.

Niedermühlbichler empfiehlt Wiener Mietern abschließend, ihre Abrechnungen überprüfen zu lassen, falls diese von den oben genannten Beträgen signifikant abweichen sollten. (map, derStandard.at, 21.6.2013)

Nachlese

2012: Betriebskosten stiegen leicht, Versicherungsprämien stärker

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  • Die Kosten für Entrümpelungen waren 2011 etwas niedriger als 2010.
    foto: derstandard.at

    Die Kosten für Entrümpelungen waren 2011 etwas niedriger als 2010.

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