Karawanken: Knappenbesuch ohne Beirrung der Beamten

    21. Juni 2013, 16:56
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    Der Weg zum östlichsten Zweitausender in den südlichen Kalkalpen führt durch historisches Bergbaugebiet

    Im Jahr 1861 erlaubten die Bergbehörden erstmals auch Touristen den Besuch eines neu errichteten Knappenhauses auf der Petzen bei Bleiburg. Allerdings nur "soweit dies ohne Beeinträchtigung des Bergbaubetriebs und Beirrung der jeweils den Bau besuchenden Besitzer und Beamten" möglich war, wie damals etwas sperrig verlautbart wurde.

    Der östlichste Teil der Karawanken mit dem Kordeschkopf, einem Kärntner Zweitausender der südlichen Kalkalpen, war ein wichtiges Abbaugebiet für Blei und Zink, das mittlerweile seine wirtschaftliche Bedeutung verloren hat. Als Wandergebiet hat die Petzen jedoch nach wie vor einen besonderen Reiz, denn die Aussicht von dieser Hochfläche ist einmalig.

    In der Runde liegen die Steiner Alpen, Hochobir, Uschowa, die Kor- und Saualpe, zudem überschaut man fast das gesamte Jauntal. Zu der herrlichen Landschaft gesellt sich eine überraschend intakte Welt von seltenen oder geschützten Alpenpflanzen.

    Vegetation liegt auf Halde

    Von der einstigen Tätigkeit der Bergleute ist in der Gegend zudem nur noch wenig zu sehen, denn die meisten Stolleneingänge sind verschüttet, die Halden großteils von der Vegetation überwuchert.

    Der höchste Punkt der Petzen, der Kordeschkopf, liegt direkt an der Grenze zu Slowenien und ist über österreichisches Gebiet nicht zu erreichen. Höchster österreichischer Punkt des Kalkstocks ist die Feistritzer Spitze, die in manchen Publikationen und Karten auch als Hochpetzen aufscheint. Wegen ihrer malerischen Umgebung stellt sie klar den Höhepunkt dieser Wanderung dar.

    Die Tour erweist sich als leicht, obwohl man zeitweise direkt am Rand steiler Abbrüche geht. Auch die Runde über die Krischahütte macht keine Probleme - Markierungen und Beschilderungen lassen keinen Wunsch offen.

    Die Wanderroute: Von der Bergstation der Seilbahn steigt man in südlicher Richtung entlang von Skipisten in einer Stunde zum Kniepssattel an, hält sich bei der Grenze links, um gemütlich in einer weiteren halben Stunde zum Kordeschkopf aufzusteigen.

    Zurück in den Kniepssattel und weiter auf der roten Markierung nach Westen. Man überschreitet den wenig ausgeprägten Gipfel des Knieps und gelangt am oberen Rand von steilen, teilweise felsigen Abbrüchen zur Feistritzer Spitze. Gehzeit ab Kordeschkopf 1½ Stunden.

    Der Rückweg erfolgt auf der Anstiegsroute, wobei man natürlich den Kordeschkopf auslässt. Bis zur Bergstation braucht man 1¾ Stunden. Bevorzugt man eine Runde, so steigt man relativ steil zur Krischahütte ab, um dann im Gegenanstieg die Bergstation zu erreichen. Gehzeit ab Feistritzer Spitze ebenfalls 1¾ Stunden. (Bernd Orfer, DER STANDARD, Album, 22.6.2013)

    Informationen: Petzen

    • Wanderung durch das Krischakar auf den Kniepssattel.
      foto: petzen

      Wanderung durch das Krischakar auf den Kniepssattel.

    • Aussicht über den Speichersee auf die Feistritzer Spitze.
      foto: petzen

      Aussicht über den Speichersee auf die Feistritzer Spitze.

    • Blick von der Brandstelle über das Jauntal.
      foto: petzen

      Blick von der Brandstelle über das Jauntal.

    • Gesamtgehzeit 4¾ Stunden, Höhendifferenz 450 bzw. 600 m. Kein Stützpunkt an der Strecke, Gastronomie bei der Bergstation. Bergbahn bis 15. September täglich von 8.30 bis 17 Uhr in Betrieb. ÖK25V Blatt 4115-West (Bleiburg), Maßstab 1:25.000.
      grafik: der standard

      Gesamtgehzeit 4¾ Stunden, Höhendifferenz 450 bzw. 600 m. Kein Stützpunkt an der Strecke, Gastronomie bei der Bergstation. Bergbahn bis 15. September täglich von 8.30 bis 17 Uhr in Betrieb. ÖK25V Blatt 4115-West (Bleiburg), Maßstab 1:25.000.

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