Finanz-Stress für Chinas Banken

20. Juni 2013, 19:17
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Die Liquiditätsklemme am chinesischen Geldmarkt hat sich am Donnerstag deutlich verschärft. Banken verleihen sich kaum Geld

Schanghai - Die Liquiditätsklemme am chinesischen Geldmarkt hat sich am Donnerstag deutlich verschärft. Die kurzfristigen Zinsen, zu denen sich die Banken untereinander Geld leihen, sind auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Der Zinssatz für Sieben-Tages-Geld am chinesischen Interbankenmarkt (Shibor) ist um 3,8 Prozentpunkte auf über zwölf Prozent gestiegen, ein Rekordhoch.

An der kurzen Leine

Bis zuletzt hat die chinesische Zentralbank Forderungen aus dem Privatsektor nach zusätzlicher Liquiditätsversorgung verneint. Händler und Ökonomen in China vermuten hinter der Politik einen kühnen Schachzug: Chinas Geldpolitiker halten den Geldmarkt an der kurzen Leine, damit Wertpapierhäuser und Vermögensverwaltungen ihre exzessive Verschuldung reduzieren.

In den vergangenen Jahren war das Schattenbankensystem, also Finanzinstitute außerhalb des regulierten Bankensystems, massiv gewachsen. Seit Monaten versuchen die Aufseher das Wachstum einzudämmen. Finanziert werden viele der Wertpapierprodukte nun mit Interbankenkrediten.

Indizes fallen

Als Konsequenz des Interbanken-Stresses könnte die Wirtschaft künftig langsamer wachsen als erwartet, rechnen Ökonomen. Am Donnerstag haben vorläufige Einkaufsmanagerindizes gezeigt, dass der wichtige Industriesektor in China im Juni noch stärker geschrumpft ist als im Mai. Besonders die Exportnachfrage habe zuletzt nachgelassen, so die Ökonomen von Markit und HSBC. (sulu, DER STANDARD, 21.6.2013)

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    In den vergangenen Jahren war das Schattenbankensystem, also Finanzinstitute außerhalb des regulierten Bankensystems, massiv gewachsen.

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