US-Geldpolitik: Märkte auf Entzug

Kommentar20. Juni 2013, 18:50
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Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende

Die US-Notenbank Fed macht sich für den Ausstieg bereit. Um die Wirtschaft, die Immobilien- sowie Aktienmärkte zu stützen, sind die Notenbanker in Washington auf Einkaufstour gegangen. Sie kaufen aktuell noch immer Schuldscheine im Wert von 85 Milliarden Dollar - Monat für Monat. Das soll sich demnächst ändern. Bis zum Sommer 2014 sollen die Käufe eingestellt werden. Das hat Notenbank-Chef Ben Bernanke verkündet. Denn der Wirtschaft geht es besser, versichern die Notenbanker.

So weit, so gut. Doch Investoren haben mit Panik reagiert. Von deutschen Aktien bis zu brasilianischen Anleihen sind die Kurse gefallen. Jahrelang konnten die Finanzmärkte auf der Welle des billigen Geldes der US-Notenbank reiten. Schon die Aussicht, dass Bernanke die Geldflut stoppt, stört nun den Frieden an den Finanzmärkten.

Die US-Notenbank steckt in einem selbst verschuldeten Dilemma. Wenn sie den Märkten den süßen Nektar des günstigen Geldes entzieht, könnte sie einen Crash riskieren. Gleichzeitig ist die Bilanz der Anleihenkäufe ernüchternd. Lediglich die Vermögenspreise haben sich erholt, während die Realwirtschaft weiter lahmt. Doch aus einer Immobilien- und Bankenkrise können auch die USA nicht mit einem neuen Boom am Immobilienmarkt und einer neuen Blase herauswachsen. Ein früherer Ausstieg der Fed wäre daher ein gutes Signal für die Finanzstabilität. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. (Lukas Sustala, DER STANDARD, 21.6.2013)

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