Alle Impf-Informationen auf dem Smartphone

20. Juni 2013, 14:39
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Eine neue Handy-App der Gesundheitsplattform vielgesundheit.at erinnert automatisch an Auffrischungs-Impfungen

Spätestens vor Fernreisen beginnen viele Menschen in allen möglichen Laden zu wühlen: Auf der Suche nach dem papierenen Impfpass. Oder sie bekommen bei jeder kleinen Verletzung vom Arzt aufs Neue die Tetanus-Impfung. Damit könnte jetzt einfach Schluss sein, denn die Wiener Ärztekammer präsentierte am Donnerstag eine App für Smartphones. Alle Informationen über empfohlene Immunisierungen und den eigenen Status kann man mit dem kostenlosen ImpfManager für sich und seine Familie einsehen. Die vom Webportal vielgesundheit.at entwickelte App gibt es für I-Phones und Android-Smartphones. 

Automatische Erinnerungen

"Wir haben heute einfach andere Möglichkeiten zur Dokumentation als das Papier", sagte Patienten- und Pflegeanwalt Gerald Bachinger, der an dem Projekt mitgearbeitet hat. Bei der Erstellung des ImpfManagers sei es aber auch um verlässliche Patienteninformation und Datensicherheit gegangen. Mit der App lässt sich der nationale österreichische Impfplan abrufen. Meldet man sich mit seinen Grunddaten an, kommen auch gleich die empfohlenen Impfungen. Der Benutzer trägt die Daten aus dem alten Impfpass um und erhält in Zukunft automatische Erinnerungen zum Auffrischen.

Das leichtere Management sollte Menschen auch vermehrt dazu bringen, die notwendigen Impfungen regelmäßig vornehmen zu lassen. "Im ersten Quartal dieses Jahres wurden in Österreich etwa nur 70 Prozent der kostenlosen Kinderimpfungen abgerufen", sagt Rudolf Schmitzberger, Impfreferent der Wiener niedergelassenen Ärzte. 

Wesentliche Prophylaxemaßnahme

Dem stehen mehr als hundert Jahre Erfahrung mit Immunisierungen als eine der wesentlichsten Prophylaxemaßnahmen gegen Infektionen gegenüber. "Im 20. Jahrhundert hat es beispielsweise vor der Impfung noch 17,6 Millionen Fälle von Diphtherie gegeben. 2002 wurden dort nur noch zwei Todesfälle registriert", sagt Herwig Kollaritsch vom Institut für Spezifische Prophylaxe und Tropenmedizin der MedUni Wien

International rechnet man damit, dass man statistisch für ein gerettetes Lebensjahr durch den Sicherheitsgurt im Auto 69 US-Dollar aufwenden muss. Bei der Influenzaimpfung für alle "kostet" ein gerettetes Lebensjahr 140 Dollar, bei der Asbestsanierung von Gebäuden sogar 5,7 Millionen US-Dollar. (APA/red, derStandard.at, 20.6.2013)

  • Der ImpfManager erinnert an Auffrischungsimpfungen, wenn sie fällig werden.
    foto: vielgesundheit.at

    Der ImpfManager erinnert an Auffrischungsimpfungen, wenn sie fällig werden.

  • Die kostenlose App gibt es für Android und I-Phones.
    foto: vielgesundheit.at

    Die kostenlose App gibt es für Android und I-Phones.

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