25.000 ultraorthodoxe Hochzeitsgäste, fein nach Geschlecht getrennt

Ansichtssache23. Juni 2013, 16:42
520 Postings

Konservative Extravaganz: Ein chassidisches Paar lässt sich in Jerusalem nach streng regulierten Abläufen trauen

Hannah und Shalom heiraten. Die Zeremonie ist rigide durchexerziert, sie folgt den strengen Traditionen des Chassidismus. Die Chassiden sind Teil des ultraorthodoxen Judentums, der konservativsten Strömung innerhalb der Glaubensrichtung. Sie empfinden eine besondere Nähe zu Gott und vermeiden im Alltag möglichst Berührungspunkte zur restlichen Gesellschaft, jüdisch wie nicht-jüdisch.

Hannah und Shalom gehören der Belz-Gemeinschaft an. Die nach der ukrainischen Kleinstadt Bels benannte Bewegung gilt als eine der größten chassidischen Communitys in Israel. Weil Shalom der Enkelsohn des derzeitigen Belzer Rabbis, Yissachar Dov Rokeach, ist, gilt der Trauung in Jerusalem besonderes Interesse.

Tausende tanzende chassidische Männer

Rund 25.000 Hochzeitsgäste sind geladen und anwesend. Ein Veranstaltungsort dieser Größe ist nicht notwendig, denn Gleichberechtigung ist keine Sache der Belzer. Während die engsten Angehörigen beiderlei Geschlechts die Trauung aus der unmittelbaren Nähe verfolgen, ist der Rest der Halle für Männer reserviert. Die Frauen müssen sich mit einer Videoübertragung in einem zwei Kilometer entfernten Saal begnügen.

Die Hochzeit erinnert in ihrer Abwicklung an eine Militäroperation, schreibt der Fotograf der Bilder, Ronen Zvulun, später. Aus einem Kontrollzentrum wird jede Ecke überwacht und gleichzeitig Regie geführt. Securitykräfte patrouillieren mit Funk-Headsets und richten einen scharfen Blick in die Menge, beobachtet Zvulun: "Wie übernimmt man sonst die Sicherheit von tausenden chassidischen Männern, die auf einer zwanzigstöckigen Tribüne tanzen?" (mm, derStandard.at, 20.6.2013)


Link
Reuters Photographers Blog: Ronen Zvulun – Reality of a grand Hasidic wedding

Share if you care.