Sascha Lobo: "Ich bin nicht so der Fahnenschwinger-Typ"

Video20. Juni 2013, 08:32
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Netzerklärer Sascha Lobo über Follower-Kauf in sozialen Medien als Deppenfilter, seine Warnung an die österreichischen Verleger und eine mögliche Politkarriere

Sascha Lobo, das Enfant terrible der deutschen Netzgemeinde, war am Mittwoch auf Kurzbesuch in Wien beim Österreichischen Kommunikationstag 2013 des Public-Relation-Verbands PRVA. Der berühmte Blogger sprach mit derStandard.at über die aktuelle PRISM-Krise, seine Schwierigkeiten mit der Politik und Paid Content als wichtiges Konzept für die Erhaltung von Journalismus.

Demokratische Kontrolle hinkt hinterher

Lobo misst der aktuellen PRISM-Krise zwar Bedeutung bei, wichtiger als dieses punktuelle Ereignis ist ihm aber die Erkenntnis, dass die Überwachung durch Geheimdienste weltweit wesentlich stärker vorangetrieben wird als demokratische Überwachungsmechaniken. Dass der passionierte Anecker eines Tages selbst politisch aktiv wird, will er nicht ausschließen. Wenn aber, dann "auf einer Ebene, wo ich etwas bewirken kann", sagt Lobo. Generell sei er nicht so der "Fahnenschwinger-Typ".

Leistungsschutzrecht für Österreich

"Wann war das letzte Mal ein Import aus Deutschland klug?", schickt der Mann mit dem pinken Irokesen-Haarschnitt einen Appell an die österreichischen Verleger, die das Leistungsschutzrecht hierzulande einführen möchten. Falls die Bevölkerung das Gesetz verhindern wolle, könne er nur wenig raten, außer nicht den Weg zu wählen, der in Deutschland beschritten wurde - die Isolation einzelner Gruppen.

Sascha Lobo über Leistungsschutzrechtentfernen

Soziale Medien

Abschließend zeigt Lobo noch einmal sein komödiantisches Talent. Er rät "ganz klar" zum Follower-Kauf. Das Positive daran: Man hätte endlich einen automatischen Deppenfilter in sozialen Netzwerken.

Lobo3.moventfernen
(Tatjana Rauth, derStandard.at, 20.6.2013)

Sascha Lobo zählt zu Deutschlands wichtigsten Netzerklärern und polarisiert regelmäßig mit seinem wöchentlich erscheinenden Blog "S.P.O.N. - Die Mensch-Maschine" auf Spiegel Online und seinem auffälligen Haarschnitt die Netzgemeinde. Er zählt zu den kreativsten Wortschmieden für Internetbezeichnungen abseits der eingebürgerten Anglizismen und hat es als Autor auf fünf Fachbücher und einen Roman gebracht.

  • Sascha Lobo: "Ich rate anders als alle anderen Experten dringend zum Follower-Kauf."
    foto: derstandard.at

    Sascha Lobo: "Ich rate anders als alle anderen Experten dringend zum Follower-Kauf."

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