Das Kommunistische Manifest ist UNESCO-Welterbe

19. Juni 2013, 17:14
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Goldene Bulle und der erste Band des "Kapitals" im "Memory of the World"-Register

Seoul/Wien - Das Kommunistische Manifest und der erste Band des "Kapitals" von Karl Marx gehören künftig zum Weltdokumentenerbe der UNESCO. Die deutsch-niederländische Gemeinschaftsnominierung ist ab sofort im "Memory of the World"-Register verzeichnet, wie die deutsche UNESCO-Kommission nach einer Tagung des Internationalen Komitees im südkoreanischen Gwangju mitteilte. Weiters wurde als deutsch-österreichischer Eintrag das Verfassungsdokument "Goldene Bulle" in die Liste aufgenommen.

Die Schriften von Karl Marx seien aufgenommen worden, "weil diese weltweit einen großen Einfluss auf soziale Bewegungen hatten", erklärte die UNESCO-Kommission. Vom Manifest der Kommunistischen Partei von 1848 existiere heute noch eine handschriftliche Seite, die in einem Amsterdamer Archiv lagere.

Die Goldene Bulle

Die Goldene Bulle aus dem Jahr 1356 wiederum war im Wortlaut der Begründung "das wichtigste Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches" bis zu dessen Ende im Jahr 1806; sie regelte seinerzeit die Wagl- und Krönungsmodalitäten im Reich. Zwei der sieben erhaltenen Originalexemplare befinden sich im Österreichischen Staatsarchiv, eine Prunkhandschrift des böhmischen Königs Wenzel in der Österreichischen Nationalbibliothek.

Die UNESCO sichert seit 1992 den Erhalt historisch bedeutsamer Dokumente vor dem Vergessen. Das Weltdokumentenerbe umfasst mittlerweile 299 Dokumente aus aller Welt. Österreich ist mit 13 Einträgen vertreten, darunter der Nachlass des Komponisten Arnold Schönberg und das Abschlussdokument des Wiener Kongresses. (APA/red, derStandard.at, 19. 6. 2013)

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