"Protektionismus:" VoIP-Anbieter sipgate.at stellt sein Service ein

19. Juni 2013, 16:35
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Unternehmen übt heftige Kritik an Regulierungsbehörde (RTR)

Der Voice over Internet-Protocol (VoIP)-Anbieter Sipgate stellt sein Service in Österreich ein. Dies teilte das Unternehmen am Mittwoch seinen Kunden per Mail mit. Darin übt Sipgate heftige Kritik an der Regulierungsbehörde (RTR), die dem Unternehmen "von Anfang an" Steine in den Weg gelegt haben soll.

0720-Nummern

So durfte das Unternehmen keine sogenannten geographischen Rufnummern (wie etwa 01 123456789) anbieten. Dadurch war die Mitnahme einer Rufnummer von einem Festnetzanschluss zu sipgate nicht möglich. Stattdessen mussten Kunden Rufnummern, mit der Vorwahl 0720, nutzen, die für Anrufer regelmäßig erheblich teurer sind als die Anrufe auf Festnetzrufnummern. Eine Nutzung geographischer Rufnummern ist laut  RTR nur zulässig, wenn zusammen mit dem Internet-Dienst auch ein physikalischer Internet-Anschluss vom gleichen Anbieter bereitgestellt werde. Sipgate hätte also ein Kabel zu jedem Kunden legen müssen. 

"Plumper Protektionismus"

Für Sipgate handelt es sich dabei um "plumpen Protektionismus, an dem auch nach 9 Jahren Teilnahme am Markt und vielen Gesprächen trotz zahlreicher Novellen der zugrunde liegenden Verordnung nichts zu rütteln war."  Auf WebStandard-Anfrage teilte die RTR mit, dass  "keine Information der sipgate GmbH vor liegt, dass sie ihre Dienste hinter dem Rufnummernbereich (0)720 einstellt."

Kunden können bis zum 31.12.2013 sipgate.at ganz normal weiternutzen. (sum, 19.6. 2013)

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Sipgate

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    screenshot: webstandard
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