Masern-Epidemie in Syrien ausgebrochen

19. Juni 2013, 11:37
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Aufgrund des Bürgerkriegs wurden viele Impfprogramme unterbrochen und tausende Kinder nicht geimpft

Im Norden Syriens sind derzeit mehrere Bezirke von einer Masernepidemie betroffen: Bis zu 7.000 bestätigte Fälle deuten darauf hin, dass die humanitären Bedürfnisse im Land steigen und das Gesundheitssystem nach mehr als zwei Jahren Bürgerkrieg zusammenbricht.

Teams der internationalen medizinischen Organisation Ärzte ohne Grenzen/Médecins Sans Frontières (MSF) haben in den Provinzen Aleppo, Ar-Raqqah und Idlib mehr als 75.000 Kinder geimpft, um die Epidemie unter einer Bevölkerungsgruppe einzudämmen, die Ausbrüche dieser Art bisher nicht kannte.

Reguläre Impfprogramme unterbrochen

Mit dem Ausbruch der Gewalt 2011 in Syrien wurden viele reguläre Impfprogramme in vielen Teilen Syriens unterbrochen und somit Tausende Kinder nicht geimpft. Außerdem mussten Hunderttausende Menschen ihr Zuhause verlassen und sind in Vertriebenenlager oder überfüllte Unterkünfte geflüchtet, wo schlechte hygienische Bedingungen vorherrschen.

Die Sterblichkeitsraten des aktuellen Ausbruchs sind zwar relativ niedrig, Masern erhöht aber die Anfälligkeit von Kindern für andere Infektionen. Wenn keine medizinische Grundversorgung zur Verfügung steht, können Komplikationen, die durch Masern entstehen, lebensbedrohlich werden.

"Die Durchführung einer Impfkampagne in einem polarisierenden Konflikt wie diesem erweist sich als extrem schwierig, aber Impfkampagnen und medizinische Grundversorgung sind hier genauso wichtig wie Kriegschirurgie." erklärt Teresa Sanscristóval, Verantwortliche für Noteinsätze bei Ärzte ohne Grenzen.

Sterblichkeitsraten steigen

Abgesehen von den direkten Opfern der Gewalt in Syrien steigen die Sterblichkeitsraten aufgrund von fehlenden Präventionsmaßnahmen wie Impfungen und fehlender medizinischer Grundversorgung vor allem unter den schwächsten Gliedern der Gesellschaft an.

Ärzte ohne Grenzen konzentriert sich darauf, diese anfälligen Gruppen zu erreichen. "Kinder, schwangere Frauen und ältere Menschen sowie Patienten, die an chronischen Erkrankungen wie Asthma und Bluthochdruck leiden, haben Priorität in unserer Hilfe in der Syrien-Krise" erklärt Sancristóval.

Die nur teilweise Durchimpfung der Bevölkerung ist auf Sicherheitseinschränkungen zurückzuführen und macht nun Tausende Kinder für die Krankheit anfällig."Kriegssituationen führen meistens genau dann zu einer drastischen Abnahme medizinischer Grundversorgung, wenn diese am meisten benötigt wird", sagt Sancristóval. (red, derStandard.at, 19.6.2013)

Fakten

Seit Beginn des Konflikts führten die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Syrien 46.000 Behandlungen, 2.481 chirurgische Eingriffe und 854 Geburten durch.

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    Die nur teilweise Durchimpfung der Bevölkerung ist auf Sicherheitseinschränkungen zurückzuführen und macht nun Tausende Kinder für die Krankheit anfällig.

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