Obama wird in Berlin-Rede für atomare Abrüstung werben

19. Juni 2013, 10:13
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Zahl von Atomsprengköpfen soll um ein Drittel unter START-Niveau sinken - US-Präsident will allgemein für engere Zusammenarbeit werben

Berlin/Washington - In seiner mit Spannung erwarteten Rede vor dem Brandenburger Tor in Berlin wird US-Präsident Barack Obama für eine neue Runde der atomaren Abrüstung werben. Die Zahl der atomaren Sprengköpfe solle um ein Drittel unter das Niveau sinken, das in der "New START"-Vereinbarung mit Russland 2010 festgehalten worden sei, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter Obamas am Mittwoch.

Der Präsident wolle die taktischen Atomwaffen der USA und Russlands in Europa reduzieren. "Ziel der USA ist es, in Verhandlungen mit Russland Kürzungen zu erreichen, damit wir uns weiter von den Positionen des Kalten Krieges entfernen können", sagte der Regierungsvertreter.

Herausforderungen gemeinsam meistern

In seiner Berlin-Rede will sich Obama allgemein für eine stärkere Zusammenarbeit mit den Staaten in Europa starkmachen. Die zentrale Botschaft werde sein, dass die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nur gemeinsam gemeistert werden könnten, sagte Obamas stellvertretender Sicherheitsberater Ben Rhodes.

Obama trifft Merkel, Gauck und Steinbrück

Obama war am Dienstagabend mit seiner Familie in Berlin gelandet. Er trifft sich am Mittwoch mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel, Bundespräsident Joachim Gauck und dem SPD-Spitzenkandidaten Peer Steinbrück. Die Rede vor dem Brandenburger Tor ist für den Nachmittag geplant. Beinahe auf den Tag genau vor 50 Jahren hatte der damalige Präsident John F. Kennedy in Westberlin seine "Ich bin ein Berliner"-Rede gehalten, in der er der Stadt die Unterstützung der USA beim Widerstand gegen die Sowjetunion zusicherte.

Beim Besuch Obamas dürfte vor allem die geplante Freihandelszone zwischen den USA und der RU eine Rolle spielen. Das Treffen mit Merkel wird aber auch von der Debatte über das Spähprogramm Prism überschattet, mit dem US-Geheimdienste Zugriff auf Millionen Nutzerdaten der wichtigsten Internetkonzerne haben sollen. (APA, 19.6.2013)

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    US-Präsident Obama trifft den deutschen Präsidenten Gauck.

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