Media-Jurorin Susanne Koll: "In den ersten 20 Sekunden Aufmerksamkeit erregen"

19. Juni 2013, 08:31
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Welche Kategorie an Bedeutung gewinnt, wie die Jurysitzungen ablaufen und wie Einreichungen gestaltet werden müssen: Kolls Tipps und ihr Cannes-Resümee

Cannes/Wien - Dienstagabend wurden neben Outdoor, Mobile, Innovation auch die Cannes-Löwen in der Kategorie Media vergeben. Der Media-Grand Prix geht an Ogilvy & Mather Amsterdam mit Kunden Dela für "Why Wait Until it's too Late?". Susanne Koll, Executive Officer OmnicomMediaGroup Austria, wurde dieses Jahr in die Mediajury berufen und entschied dort über die weltbesten Kampagnen mit.

"Das Judging begann vergangenen Dienstagabend mit einem Empfang für die 150 Juroren aus der ganzen Welt. Ein wenig wurde dieser Event damit überschattet, dass die Fluglotsen in Frankreich streikten und somit fast alle Juroren sehr spannende Geschichten über die Anreise zu berichten hatten. Wir, das Team Austria, waren 'nur' vier Stunden verspätet. Andere hatten schon Stunden in Autos oder öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht", schildert Koll gegenüber derStandard.at/Etat.

Danach hatten 40 Media-Juroren über die nächsten drei Tage die Einreichungen zu bewerten. "Dafür wurden wir in acht Gruppen aufgeteilt. 150 Einreichungen wurden pro Tag genau analysiert und diskutiert. Kriterien waren natürlich Insights, Ideas und Results aber auch, wie die Idee aktiviert und in die Kampagne integriert wurden", erzählt Koll. Social Media, Twitter & Co hätten freilich bei den meisten Einreichungen eine sehr große Rolle gespielt. Aufgrund der über 3.000 Einreichungen wurde die Jury aufgeteilt und die Selektion der Gewinner der Hauptjury von neun Leuten überlassen.

Susanne Kolls Tipps und ihr Resümee

  • Einreichungen sollten immer im Video- Format sein und eine gute Qualität haben
  • Die Einreichung muss klar und deutlich formuliert werden, eine Geschichte erzählen und in den ersten 20 Sekunden Aufmerksamkeit erregen. Judges sind auch nur Menschen und nach 50 Cases schwindet die Aufmerksamkeit. Die meist ausgesprochene Phrase war sicherlich "I am confused..."
  • Wie bei den Effies fließen die Ergebnisse sehr stark in die Bewertung ein, die Generierung von 1.000 Fans auf Facebook reichen nicht aus, um sich einen Cannes-Lions abzuholen
  • Weitere Kriterien: "Is the idea scaleable", "Can it travel" oder "Was this been done before?"
  • Die größte Anzahl der Einreichungen kamen aus Brasilien und dem lateinamerikanischen Raum mit sehr kreativen und innovativen Ideen
  • Die Kategorie "Use of Special Events/Stunts" hat an Bedeutung gewonnen. Wir denken, dass dies eine Folge von der wachsenden Bedeutung von Digital Media Influenz ist, eine wunderbare Darstellung der kreativen Mischung aus Technologie, Content und Media.
  • Obwohl "totgesagt" stießen die kreativen Ideen im Bereich Print auf Bewunderung. Die Inspiration lag hier vor allem an den Versuchen, die Verbindung von klassischer Offline-Werbung mit Online zusätzlich zu aktivieren.
  • Ein Interessanter "Trend" war, Wifi den Konsumenten leichter zugänglich zu machen. So sahen wir Hunde, die einen Wifi-Transmitter mit sich herumtragen, um somit einen Mehrwert für den Konsumenten zu generieren. (red, derStandard.at, 19.6.2013)
  • Media-Jurorin Susanne Koll.
    foto: orf enterprise/omnicom

    Media-Jurorin Susanne Koll.

  • Media-Grand Prix für Ogilvy & Mather Amsterdam mit ""Why Wait Until it's too Late?" für Dela.

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