Kinder in die Labore

18. Juni 2013, 19:21
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Schulprojekte sollen den Forschernachwuchs fördern

Eine interaktive Online-Stadtkarte zu entwickeln, die nicht für Erwachsene gemacht, sondern ganz auf Kinder und Jugendliche und ihre Ansprüche abgestimmt ist: Das werden Schüler verschiedener Salzburger Schulen und Geoinformatiker der Uni Salzburg in Angriff nehmen. Das Projekt heißt "Youth Map 5020" und soll die beteiligten Schüler in alle Schritte der Entwicklung eines Online-Tools einbinden und ihnen Einblicke in das Feld der Geoinformatik geben - ein Bereich, der im Wachsen ist und zunehmend unter Fachkräftemangel leidet.

"Youth Map 5020" ist eines von insgesamt 17 Projekten, die in der zweiten Ausschreibung des Nachwuchsförderprogramms "Talente regional" des Verkehrsministeriums gefördert werden. Dabei geht es darum, Kinder und Jugendliche für Forschung, Technologie und Innovation (FTI) zu begeistern, indem sie sich mit konkreten Fragestellungen beschäftigen und selbst in die Rolle eines Forschers schlüpfen können.

Voraussetzung ist ein regional verankertes Konsortium, das aus mindestens einem wissenschaftlichen und mindestens zwei Wirtschaftspartnern besteht und mit verschiedenen Kindergärten oder Schulen zusammenarbeitet. Maximal 60.000 Euro stehen für eine Laufzeit von zwölf bis 18 Monate zur Verfügung. Unter den aktuellen Projekten, die vergangene Woche vorgestellt wurden, sind alle möglichen Forschungsfelder vertreten: So schauen sich Schüler an, wie was sie von Naturphänomenen lernen können, experimentieren mit Biokunststoffen, lernen wie Biomarker bei der Erkennung von Herzkrankheiten eingesetzt werden, bauen Roboter und vieles mehr. Im September ist der dritte Call geplant, wie Charlotte Alber von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG, die die Projekte abwickelt, ankündigte. "Wir sind derzeit in Verhandlung, dass für den dritten Call mehr Gelder zur Verfügung gestellt werden", sagte Alber.

In den Weltraum und zurück

Präsentiert wurde auch das "FTI-Jahresthema" für das kommende Schuljahr, das mit Unterstützung des Verkehrsministeriums vom Science-Center- Netzwerk organisiert wird. Ab kommendem Herbst ist das Motto "Weltraum" angesagt. Dazu werden Lehrerfortbildungen, eine Schwerpunktwoche in Museen und Science-Centern sowie ein Diskussionsspiel für den Unterricht angeboten.

"Es geht um angewandte Forschung", betonte die Projektverantwortliche Kathrin Unterleitner vom Science-Center-Netzwerk. In Kooperation mit Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Unis soll bei Schülern wie auch bei Lehrer Neugier geweckt werden dafür, was die Weltraumforschung mit dem alltäglichen Leben zu tun hat. Ohne Satelliten im All wäre schließlich auch kein GPS und damit auch keine Online-Karten möglich. (kri, DER STANDARD, 19.6.2013)

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